Mecklenburgstrasse Schwerin : Der lange Weg zur Einkaufsmeile

Problemfall alte Post: Das Gebäude steht zum Verkauf, doch zugegriffen hat noch keiner. Der Baudezernent könnte sich gut vorstellen, dass sich dort mehrere Designerläden ansiedeln.
Problemfall alte Post: Das Gebäude steht zum Verkauf, doch zugegriffen hat noch keiner. Der Baudezernent könnte sich gut vorstellen, dass sich dort mehrere Designerläden ansiedeln.

Trotz Leerstands: Baudezernent Nottebaum ist optimistisch, dass wieder mehr Leben in die Mecklenburgstraße kommen kann

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14. April 2015, 08:00 Uhr

„Die Mecklenburgstraße ist leider nicht mehr die Haupteinkaufsstraße Schwerin“, sagt Baudezernent Bernd Nottebaum. „Das muss sich ändern.“ Der Schwerpunkt habe sich eindeutig zum Marienplatz verschoben. Durch Billiganbieter und Mobilfunk-Läden sei die Mecklenburgstraße wenig attraktiv. Und dass es besser wird, zeichnet sich derzeit nicht ab – ganz im Gegenteil. „Das Café an der Ecke Mecklenburg-/Schmiedestraße wird zumachen. Dort zieht eine Bank ein“, kündigt Nottebaum an.

Direkten Einfluss darauf, welche Läden in der Fußgängerzone angesiedelt werden, hat die Stadt nicht. „Wir können Privatvermietern nicht vorschreiben, wen sie sich ins Haus holen. Mit unserem Leerstandsmanagement versuchen wir aber, etwas zu steuern.“ Und die Stadt hat natürlich Wünsche. Beispiel: die Post. „Ich könnte mir hier zehn Designer-Läden vorstellen“, sagt Nottebaum. „Aber auch ein hochwertiges Hotel wäre gut möglich.“ Parkplätze gibt es auf dem Hof. Gäste oder Kunden würden das eine Ende der Mecklenburgstraße beleben. „Die großen Hotelketten haben im Moment aber kein Interesse an Schwerin.“ Wer Ideen hat, kann das Postgebäude aber kaufen – nach SVZ-Informationen für fünf Millionen Euro.

Für das andere Ende hofft der Baudezernent auf die Entwicklung des Standortes Schauburg. Das Mercure wollte dort einen zweiten Standort schaffen. Allerdings waren die Pachtvorstellungen des Grundstückseigentümers nicht mit denen der Hotelbetreiber in Übereinstimmung zu bringen. Aktuell gibt es immer noch Gespräche mit der Textilkette TK maxx (SVZ berichtete). Ein Ergebnis ist noch nicht in Sicht.

Auch für das Gebäude der Deutschen Bank in der Friedrichstraße zeichnet sich keine neue Nutzung ab. Aber es soll verkauft werden – für 1,5 Millionen Euro.

Für das der Stadt gehörende Gebäude in der Wismarschen Straße, in dem einst die Bibliothek untergebracht war, gibt es nach Auskunft des Baudezernenten zwei Interessenten. Es gibt aber noch Probleme. „Zum einen wollen wir eine Lösung für die Nutzung des Perzinasaals. Zum anderen gibt es noch keine Ideen, wie das Verbindungsgebäude auf dem Hof genutzt werden kann.“

Eine Zukunft zeichnet sich indes für das seit vielen Jahren leer stehende Gebäude der Reichsbahndirektion hinter dem Bahnhof ab. „Das Haus ist ganz aktuell verkauft worden“, berichtet Bernd Nottebaum. „Dort soll eine Pflegeeinrichtung einziehen.“ Und für das Offizierscasino in der Stellingstraße ist der Baudezernent guter Dinge. „Baubeginn wird noch dieses Jahr sein.“

Auch in ein Haus, das wenig im Fokus der Öffentlichkeit steht, könnte wieder Leben einziehen – die ehemalige Wetterstation in der Lübecker Straße. „Es gibt Bemühungen, hier eine Kreativwerkstatt einzurichten.“

Der Baudezernent zeigt sich insgesamt optimistisch, was die Entwicklung Schwerins betrifft. „Die Stadt wird vor allem im Shopping-Bereich zulegen.“ Höherwertige Restaurants und höherwertige Geschäfte können sich noch ansiedeln. Und speziell bei Möbeln und bei Sportartikeln sieht Nottebaum noch Nachholbedarf. Bei den Discountern dagegen gibt es im gesamtdeutschen Vergleich in Schwerin schon zu viel Verkaufsfläche.

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