Urzeit-Giganten : Der lange Marsch der Dinosaurier

An der Freilichtbühne machten die originalgetreu nachgebauten Urzeit-Riesen schon 2011 Station. Vom Sonnabend an können sie dort wieder bestaunt und fotografiert werden.
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An der Freilichtbühne machten die originalgetreu nachgebauten Urzeit-Riesen schon 2011 Station. Vom Sonnabend an können sie dort wieder bestaunt und fotografiert werden.

Schwierige Standort-Suche vom Grünen Tal bis Krebsförden: Urzeit-Giganten werden jetzt auf dem Gelände der Freilichtbühne gezeigt

svz.de von
26. März 2014, 21:15 Uhr

Die Dinos kommen nach Schwerin – aber nicht ins Grüne Tal, wie noch vor wenigen Wochen erwogen. Die Ausstellung mit den imposanten Plastiken der Urzeit-Giganten wird jetzt an der Freilichtbühne aufgebaut. Und zwar sehr schnell. Am 29. März startet dort die Ausstellung „World of Dinosaurs“, sie bleibt bis zum Start der Open-Air-Saison am 25. Mai und ist täglich von 9 bis 18 Uhr offen. Sie bietet reichlich Gelegenheit für spektakuläre Fotos, Größenvergleiche und hautnahe Ansichten aus der prähistorischen Zeit. Vom T.Rex über Triceratops, dem 30 Meter langen Diplodocus bis hin zum Stegosaurus werden auf einer Fläche von rund 6000 Quadratmeter mehr als 60 originalgetreue Dinosaurier-Modelle gezeigt.

Dass sich die Veranstalter jetzt relativ kurzfristig für den Standort entschieden haben, auf dem die Schau vor drei Jahren schon einmal zu sehen war, stößt in der Stadtverwaltung auf ein wenig Verwunderung. Die Schweriner Veranstaltungsmanager hatten mit den „World of Dinosaurs“-Machern diverse Reisen durch die Landeshauptstadt unternommen und viele andere „Locations“ ausgelotet. Vor etwa einer Woche noch war der heißeste Favorit eine verwunschene Wildwuchs-Fläche in Krebsförden, gleich neben dem eigentlichen Festplatz. Alle Forderungen an einen Dino-Schauplatz schienen erfüllt: Urtümliche Umgebung, Parkplätze in der Nähe und eine Anbindung an Bus und Bahn. Die Verträge mit dem Liegenschaftsamt seien schon unterschriftsreif gewesen, heißt es aus dem Stadthaus, dann entschieden sich die Ausstellungs-Profis doch für die Freilichtbühne. Größere Einnahmen sind der Stadt dadurch wohl nicht durch die Lappen gegangen – schließlich wollte man sich zuvorkommend zeigen, denn die Dino-Ausstellung in Schwerin lag als Publikumsmagnet auch der Verwaltung am Herzen. Allerdings scheint nun eine Menge Arbeit der vergangenen Monate umsonst. „Immerhin wissen wir jetzt genauer, warum das Grüne Tal als Groß-Veranstaltungsort nicht funktioniert“, sagt Heiko Stolp vom Veranstaltungsmanagement. Ende Februar sah es nämlich noch so aus, als würden Tyrannosaurus Rex und Co. dort aufgestellt. Auch der Ortsbeirat Großer Dreesch war von der Idee begeistert, mahnte allerdings, mit dem Ehrenmal im Tal pietätvoll umzugehen. Heiko Stolp recherchierte vorsichtshalber noch einmal im Stadtarchiv und fand heraus: Unter dem Rasen des Grünen Tals befindet sich auch heute noch ein Massengrab, in dem die sterblichen Überreste von mehreren hundert Kriegsgefangenen ruhen, die während des Zweiten Weltkriegs im Stalag II interniert waren.

Damit war der Standort Grünes Tal sofort vom Tisch. Gescheitert war vorher bereits die Idee, die Plastiken im südlichen Schlossgarten aufzustellen – aus Denkmalschutzgründen.

Nun wird also alles auf Anfang gedreht und die Dinos kommen an den bereits bewährten Standort – der dem Veranstalter am Anfang der Suche allerdings noch nicht so attraktiv erschien.

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