Schwerin : Der Kommandant auf der Brücke

Generalintendant Lars Tietje
Generalintendant Lars Tietje

Generalintendant Lars Tietje leitet das Sechs-Sparten-Haus in Schwerin

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22. März 2018, 16:00 Uhr

Das Theater kennt jeder. Doch was passiert hinter den Kulissen? Und wer ist dafür zuständig, dass der innere Betrieb funktioniert und die Zuschauer das Theater als Erlebnis genießen können? SVZ stellt diese Woche Akteure vor, die nicht auf, sondern hinter der Bühne tätig sind. Heute: Generalintendant Lars Tietje.

Früher gab es Theaterdirektoren, die mit Zylinder und Schal durch das Haus flanierten, heute hat das Theater nicht nur Direktoren für alle Sparten, sondern auch einen Generalintendanten. Wie breit dessen Tätigkeitsfeld ist, macht Lars Tietje am Beispiel des gestrigen Tages deutlich: Morgens Gespräch mit dem Schauspieldirektor zur Abstimmung über die nächste Inszenierung. Dann Bühnenbaubesprechung mit dem Ballett, um künstlerische, technische und wirtschaftliche Aspekte der Produktion unter einen Hut zu bringen. „Jede künstlerische Entscheidung ist auch eine wirtschaftliche und umgekehrt. Ich habe den Vorteil, dass ich hier im Hause für beides verantwortlich bin und das also mit mir selbst ausfechten muss“, erläutert Tietje. Es folgt ein Gespräch mit dem Intendanten des jungen Staatstheaters Parchim und dem künftigen technischen Direktor zur Erarbeitung einer Stellungnahme, was aus Theatersicht für den Umbau der Parchimer Eldemühle zur neuen Spielstätte nötig ist. Dann Gespräche mit dem SVZ-Redakteur und anschließend mit der Schauspieldramaturgin und Schauspielerin Julia Keiling, die zum 200. Geburtstag von Karl Marx am 5. Mai eine Produktion im E-Werk mit anschließender Feier auf der Studiobühne planen. „Das ist nicht alltäglich, da möchte ich genauer wissen, wie das laufen soll“, begründet Tietje. Gleiches gelte für den nächsten Termin, ein Gagengespräch. „So etwas überlasse ich eigentlich dem Schauspieldirektor. Doch diesmal hat mich Martin Nimz gebeten, dabei zu sein, weil es um einen Leistungsträger geht.“ Am Nachmittag folgt eine Fahrt nach Berlin. „Ich will mir in der Komischen Oper das Stück ,Die Perlen der Kleopatra‘ anschauen. Das ist eine Produktion des Intendanten, den ich sehr schätze, und der Blick über den Tellerrand gehört eben auch zu meinen Aufgaben“, sagt Tietje. Spät abends gehts dann wieder zurück nach Schwerin. „Ich genieße die Zeit im Auto, um in aller Ruhe Telefonate zu führen und Texte anzuhören.“ Trotz des vollen Terminplans ist Tietje mit seinem Job sehr zufrieden. „Ich habe das Glück, in einem Beruf zu arbeiten, der den Menschen Freude bereitet. Und ich habe tolle Mitarbeiter. Hier hat jeder den Anspruch, gutes Theater zu machen.“

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