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Zeitung für die Landeshauptstadt

26. September 2017 | 22:09 Uhr

Grundschulen in Schwerin : Der Klassenlehrer als Vorbild

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Welche Schule ist die richtige? SVZ stellt Schulformen vor – heute: in der Freien Waldorfschule

von
erstellt am 23.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Die Einschulungsuntersuchungen für die künftigen Erstklässler laufen, die Bildungseinrichtungen der Stadt informieren bei Tagen der offenen Tür Eltern und Schüler. Doch welche Grundschule ist die passende? SVZ stellt in dieser Woche anhand von Beispielschulen verschiedene Einrichtungen vor. Heute: die Freie Waldorfschule Schwerin.

Der Klassenlehrer spielt im Leben eines jeden Waldorfschülers seit der Gründung der ersten Schule 1919 in Stuttgart eine ganz besondere Rolle: Er begleitet die Kinder von Klasse eins bis acht, er unterrichtet fast alle Fächer, er ist die richtunggebende Persönlichkeit, dem die Schüler freudig nacheifern sollen. An diesem Prinzip hat sich bis heute wenig geändert. In Schwerin unterrichtet der Klassenlehrer zwar nur noch bis zur Jahrgangsstufe sechs, doch immer noch ist er die zentrale Gestalt für die Kinder. Und umgekehrt: „Wir verbringen viel und wirklich intensive Zeit miteinander“, sagt Christoph Bai, der die dritte Klasse unterrichtet. „Waldorfpädagogik ist daher auch Beziehungspädagogik.“

Die Lehrer schauen sich alle Kinder ganz individuell an, beurteilen jedes nach dem, was in ihm liegt. Dass in der Klassengemeinschaft die Starken den Schwachen helfen, dass sie erkennen und akzeptieren, dass jeder unterschiedliche Fähigkeiten und Talente besitzt – das sind einige der Kompetenzen, die Christoph Bai und seinen Kollegen so wichtig sind. „Wir beschäftigen uns im Unterricht viel mit sozialen Beziehungen“, sagt Christoph Bai. „In der Grundschule noch märchenhaft-poetisch, in den oberen Klassen geht es dann zum Beispiel konkret um Zivilcourage oder Mobbing.“ An der Schweriner Waldorfschule in der Schlossgartenallee 57 kann man auch Abitur und Mittlere Reife machen. Inzwischen werden dort auch Waldorflehrer ausgebildet.

Ein handwerklich-künstlerischer Schwerpunkt bleibt bis in die Oberstufe bestehen, viele Fähigkeiten werden in den ersten Jahren gelegt – jedes Kind lernt zum Beispiel Flöte spielen und stricken. Ihre Lehrbücher schreiben die Grundschüler selbst: Die Inhalte werden diktiert, dann gemeinsam erarbeitet und von den Schülern selbst gestaltet.

Zwischen Himmelfahrt und Pfingsten feiert die Freie Waldorfschule Schwerin 20. Geburtstag – und präsentiert sich mit verschiedenen Programmen der Öffentlichkeit. In Deutschland gibt es inzwischen 235 Waldorfschulen, weltweit sind es rund 1000.

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