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Boldelas Oldtimer : Der Kenner schraubt, der Laie staunt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Oldtimer- und Traktorentreffen lockte hunderte Gäste

Jeder Zentimeter ist auf Hochglanz poliert. Nicht nur das Licht der Sonne spiegelt sich auf dem schwarzen Lack der alten NSU – auch zahlreiche Gesichter. Denn immer wieder stehen die Gäste des ersten Oldtimer- und Traktorentreffens in Boldela vor der 80 Jahre alten Maschine. Die NSU, Baujahr 1936, gehört zum Fundus von Manfred Hoffmann. Und der zieht mit seinem Oldtimer eben nicht nur viele Blicke auf sich, sondern sahnte auch den ersten Preis für das älteste Motorrad ab. „Aber auf einen Preis kommt es mir gar nicht an. Ich liebe diese Schätzchen und schraube gern so lange, bis sie wieder laufen“, erzählt der Sukower. Doch das Aussehen seiner Maschinen ist dem Schrauber eben nicht egal. „Sie müssen natürlich schön anzusehen sein und möglichst originalgetreu“, betont Hoffmann. Wie viele Stunden er in den Aufbau der NSU investiert hat, weiß er nicht. Ein paar Jährchen habe es gedauert. Immer wieder schwierig sei es, die entsprechenden Teile zu bekommen. „Hätte ich Internet, dann würde das sicher schneller gehen. Doch damit will ich mich in meinem Alter nicht mehr befassen“, sagt er, lacht und fährt sich durch seinen rotblonden langen Rauschebart. Und wie alt ist er? „Das wird nicht verraten“, betont er. Ein bisschen eitel ist der Vollblut-Schrauber dann doch.

Weniger Glanz aber mehr Masse hatte hingegen der Miag von Jürgen Flegel aus Warsow. Sein Traktor aus dem Jahr 1939 hat zum größten Teil noch die Originalfarbe. „Gut. Hier und da ist mehr Patina und einige Stellen sind auch sehr rostig, aber es ist ein Arbeitsgerät“, erklärt der 49-Jährige. Sein Ackerschlepper leistet ihm seit 1975 treue Dienste: zum Pflügen, Heu wenden, Grubbern und bei verschiedenen Lastfahrten. „Er muckt nie und hat sogar einen großen Crash überstanden“, sagt Flegel und erzählt von einem Unfall. 1979 hat er einem Laster die Vorfahrt genommen. „Da war der Miag plötzlich nur noch halb so lang“, sagt der Warsower. Heute kann er darüber lachen. Ihm sei nicht viel passiert und der Schlepper war nach Dutzenden Arbeitsstunden in der Werkstatt dann auch wieder flott gewesen.

Aber auch Autos der ganz besonderen Klasse gab es am Wochenende in Boldela zu bestaunen. „Horst-Dieter Kobi aus Raben Steinfeld hat mit seinem F8 den ersten Preis für das älteste Fahrzeug bekommen“, sagt Mitveranstalter Dieter Janko. Er war auch mit den Zuschauern sehr zufrieden. Allein am Vormittag kamen mehr als 200 Gäste und der Ansturm ließ nach dem Mittag nicht nach. Ob es eine zweite Auflage des Oldtimer- und Traktorentreffens in Boldela gibt? Janko und sein Kompagnon Peter Gabbert sind zuversichtlich. „Schön wäre es schon, denn der Zuspruch war deutlich größer als erwartet“, erklärt er. Selbst eine Gruppe von zehn Mopedfahrern aus Magdeburg hat sich von ihrer Route zur Ostsee ablenken lassen. „Wir haben das Schild gesehen und wollten uns das anschauen. Der Knaller“, erklärte einer der Männer.


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erstellt am 18.Mai.2016 | 12:00 Uhr

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