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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Oktober 2017 | 02:10 Uhr

Unmöglich : Der Kampf um den Gehweg

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Immer häufiger werden Autos so auf Bürgersteigen abgestellt, dass für Rollstuhlfahrer und Fußgänger mit Handicap kein Durchkommen ist

von
erstellt am 10.Feb.2015 | 08:00 Uhr

Die Bevölkerung der Landeshauptstadt wird immer älter. Und gerade für so manche Senioren ist der Weg zum Einkaufen oder zum Arzt beschwerlich. Erst recht, wenn sie mit einem Rollator unterwegs sein müssen. Doch das wird ihnen von so manchem Autofahrer fast unmöglich gemacht.

Eine SVZ-Leserin beklagte am „Heißen Draht“, dass es in der Weststadt ganz schlimm sein. Sie kaufe in der Weststadt-Kaufhalle ein. Und weil sie fit bleiben möchte, fährt die ältere Dame mit dem Fahrrad. Auf dem Rückweg, die schweren Einkaufstaschen am Lenker, schiebt sie das Rad. Doch in der Friesenstraße ist so manches mal kein Durchkommen – da muss sie auf die Straße. Der Grund: Die Autos parken so weit auf dem Gehweg, dass es einfach zu eng ist. Dabei ist dort das Parken halb auf der Fahrbahn und halb auf dem Bürgersteig erlaubt. Nur fährt so mancher Autofahrer sehr weit auf den Trottoir.

Auch in der Friedrichstraße ein ähnliches Bild – aber illegal. Weil auf der rechten Straßenseite alles zugeparkt ist, wird auf der linken Seite halb auf dem Bürgersteig geparkt. Auch ohne Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen wird es für Fußgänger dann ganz eng.

In der Werderstraße sind einige Autofahrer noch dreister. Vor allem Paketdienste, aber auch Handwerker und Privatleute parken ihre Fahrzeuge gern direkt auf dem Bürgersteig – selbst wenn auf der anderen Straßenseite Stellplätze in den Parktaschen frei sind. Nicht nur Eltern mit Kinderwagen oder Senioren mit Rollator werden arg behindert. Der Gehweg in der Werderstraße ist auch für die Benutzung durch Fahrradfahrer frei gegeben. Die müssen aber so manches Mal auf die Straße ausweichen. Obwohl für die Autos dort Tempo 30 gilt – ein gefährliches Unterfangen.

Am „Heißen Draht“ gibt es auch immer wieder Klagen, dass Gehwege zugewuchert werden. In Görries beispielsweise sind es Brombeeren, am Friedensberg und in Friedrichthal Hecken und einzelne Büsche. Mitarbeiter der zuständigen Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen (SDS) schneiden „in das Lichtraumprofil“ ragende Zweige zwar immer wieder zurück oder setzen Hecken sogar auf Stock. Doch an etlichen Stellen in der Stadt geschieht das eben nur auf Zuruf der Bürger. Und – nicht immer ist die Stadt „Schuld“. Wenn von Privatgrundstücken Äste und Zweige auf den Gehweg hinüber wachsen, müssen die SDS den Eigentümer erst anschreiben und ihn auffordern, das Hindernis zu beseitigen. Und das kann dauern.

 

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