Schifffahrtsgeschichte in Leezen : Der Herzog und die Marine

Dieter Wehnert am neu errichteten Denkmal für Herzog Friedrich Wilhelm im Raben Steinfelder Schlosspark
1 von 2
Dieter Wehnert am neu errichteten Denkmal für Herzog Friedrich Wilhelm im Raben Steinfelder Schlosspark

Der Leezener Dieter Wehnert arbeitet am Beispiel von Friedrich Wilhelm zu Mecklenburg ein Stück deutsche Schifffahrtsgeschichte auf.

von
13. Dezember 2016, 12:00 Uhr

Ein weiteres Denkmal für Herzog Friedrich Wilhelm (1871 bis 1897) will Dieter Wehnert nicht errichten. „Davon gibt es in und um Schwerin ja eine ganze Reihe“, erzählt der Leezener. Das prächtige Grab im Dom, die Ruinenkulisse Burg Reppin in Mueß und auch der neu aufgestellte Gedenkstein im Schlosspark von Raben Steinfeld erinnern an das kurze Leben des beliebten Herzogsohnes. Für Wehnert ist Friedrich Wilhelm deshalb so interessant, weil sich mit Hilfe seines Lebenslaufes auch eine „spannende Epoche“ der deutschen Marinegeschichte darstellen lässt. Denn die ist die große Leidenschaft des einstigen Lehrers, Hobbyhistorikers und Autoren Dieter Wehnert. Ein Dutzend Bücher hat der 75-Jährige bereits geschrieben. Doch sein jüngstes Projekt ist das erste Werk, das direkt mit Mecklenburg zu tun hat. Dabei lebt der gebürtige Augsburger bereits seit 1993 in Leezen, ist dort als Gemeindevertreter aktiv.

Der Seemannstod von Friedrich Wilhelm mit nur 26 Jahren beim Untergang eines Torpedobootes der kaiserlichen Marine hatte nicht nur bei der herzoglichen Familie tiefe Trauer ausgelöst. Zugleich war der auch Anlass, das kurze Leben zu verewigen – nicht nur in Denkmalen, sondern auch in Schriftstücken. „Ein Glücksfall für mein Projekt“, fügt der Autor an.

So erschien schon 1898 das Buch „Herzog Friedrich Wilhelm zu Mecklenburg: Lebensbild eines deutschen Seeoffiziers“ von Hans von Dambrowski. „Das war der Begleitoffizier des jungen Herzogs“, erzählt Wehnert. Denn auch wenn Friedrich Wilhelm gar nicht bevorzugt behandelt werden wollte, als Spross aus einem regierenden deutschen Adelshaus konnte es sich der besonderen Aufmerksamkeit und Förderung in der kaiserlichen Marine nicht entziehen.
So ist aber auch ein anschauliches Bild der Offiziersausbildung in der frühen kaiserlichen Marine entstanden. „Zudem waren es Zeiten des Umbruchs“, fügt Dieter Wehnert an. Das Deutsche Reich wollte Weltmacht werden, rüstete gerade die Marine auf. Und dort vollzog sich zeitgleich eine technischer Wandel: Aus Segelschiffen wurden Dampfsegelschiffe und schließlich Dampfschiffe. Das alles bietet Stoff für viele Geschichten.

Doch darum geht es dem Hobbyhistoriker bei diesem Projekt gar nicht. Dieter Wehnert rückt die Geschichte selbst in den Mittelpunkt. „Mein neues Buch wird eine historische Abhandlung, kein Roman“, betont der 75-Jährige. Gut ein Jahr lang hat Dieter Wehnert dafür recherchiert. Das 115 Seiten umfassende Werk geht gerade in die Endfertigung, Anfang nächsten Jahres soll das Buch im Verlag „Das Blinkfeuer“ erscheinen. „Das Schwierigste ist derzeit, die Bildrechte für die geplanten Abbildungen zu bekommen“, erzählt der Autor.

Da traf es sich mehr als gut, dass die Raben Steinfelder inzwischen ihr Vorhaben, für das nach 1945 verschwundenen Denkmal zu Ehren von Herzog Friedrich Wilhelm eine neues aufzustellen, im November vollenden konnten. Wehnert war zur Einweihung eingeladen und wird auch dieses Projekt in seinem Buch erwähnen. „Schließlich wurde ich erst durch die Initiative der Raben Steinfelder auf Herzog Friedrich Wilhelm aufmerksam.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen