Schwerin : Der Herd bleibt kalt

Ein leeres Kochstudio: Frank Peter Krömer darf als „Entertainer Theo“ derzeit keine Schüler empfangen.
Ein leeres Kochstudio: Frank Peter Krömer darf als „Entertainer Theo“ derzeit keine Schüler empfangen.

Frank-Peter Krömer hängt mit seiner Kochschule in der Luft: „Ich hoffe auf Einzelfallbewertungen und die Solidargemeinschaft“

von
05. Mai 2020, 05:00 Uhr

An den Kochfeldern herrscht gähnende Leere. Der Herd bleibt kalt, die Kühlschränke zu. Zum Teil sind sogar die Sicherungen für das Licht entfernt worden. Ins Studio von Frank Peter Krömer verirrt sich derzeit kein einziger Kochschüler. Kontaktverbot macht sein Geschäft unmöglich. Dort, wo ansonsten 3500 Laien am Herd stehen und um die Wette brutzeln, garen, schnippeln und garnieren, ist es still geworden. Gespenstisch. „Es fehlen täglich etwa 1000 Euro, wenn man es plakativ herunterrechnen will. Aber grundsätzlich verstehe ich den Ansatz, Menschen vor dem Virus zu schützen“, so Krömer, der mit seinem Künstlernamen Theo in seinem Kochstudio für Unterhaltung sorgt. Aber die gesamte Branche kranke derzeit und müsse dringend Einnahmen erzielen. Auch ihm selbst seien ja die Hände gebunden und er vermisse seine Gäste enorm. Doch auf Unterstützung konnte er bisher nicht hoffen. „Ich muss jetzt an meine Rücklagen, die für die Rente gedacht waren“, so der 52-Jährige.

Nach der Insolvenz mit der Dampfwäscherei vor knapp zehn Jahren, bei der er falsch beraten worden sei, aber auch eine gewisse Mitschuld trage, sei es mit Darlehen nicht so einfach. „Man hat mir mitgeteilt, dass ich noch immer einen Schufa-Eintrag habe“, so Krömer. Und Kredite wolle er ohnehin nicht. Es müsse auf andere Weise Unterstützung geben. „Ich bin der Meinung, dass es Einzelfallbewertungen geben muss. Und auch so etwas wie die Solidargemeinschaft“, sagt der Gastronom, der derzeit von den Behörden eher in der Freizeitbranche gesehen wird und nicht unter einem Fallschirm hänge.

Doch der bekannte Unterhalter will um seine Kochschule kämpfen. „Ich habe hier mit Partnern mehr als 400 000 Euro investiert, mich aufgerappelt und wieder eine Existenz aufgebaut“, so Krömer. Was er von der Politik fordert, macht er deutlich. „Man muss mir doch einfach sagen können, wann ich die Kochschule wieder öffnen darf und Termine vereinbaren kann.“ Nur mit dem Weinhandel im vorderen Teil des Ladens könne er auf lange Sicht nicht durchhalten.

Was ihm neben den Einnahmen fehlt, ist vor allem auch der Umgang mit seinen Gästen. Natürlich sei es gesundheitlich vernünftig, Abstand zu halten und keine Risiken einzugehen. Doch etwas wehmütig wird Krömer schon, wenn er daran denkt, wie viel Spaß er mit seinen Kochlehrlingen an den Abenden hat. „Es ist auch die Kommunikation mit den Kunden, die teilweise Freunde sind. Ich vermisse das. Auch zu scherzen am Mikrofon. Das ist so ein schöner Teil meiner Arbeit, die ich absolut liebe“, so Theo Krömer. Und so gehen seinem Geschäft täglich weiter um die tausend Euro verloren. Wer weiß, wie lange noch.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen