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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. November 2017 | 11:41 Uhr

Raben Steinfeld : Der Handschrift auf der Spur

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Raben Steinfelder Firma Planet entwickelt Produkte rund um Künstliche Intelligenz. Wende ebnete Weg zur Firmengründung

svz.de von
erstellt am 03.Okt.2017 | 23:42 Uhr

Künstliche Intelligenz – wer diesen Begriff hört, denkt wahrscheinlich sofort an den gleichnamigen Film von Steven Spielberg. Ein bisschen spezieller und regionaler gedacht, kann man bei dem Begriff auch in Raben Steinfeld landen. Denn dort beschäftigen sich hinter den Mauern des Residence Parks einige Mitarbeiter mit diesem vielfältigen Forschungs- und Entwicklungsgebiet. Allerdings geht es für die Aktiven der Firma Planet nicht darum, wie Menschen aussehende und agierende Roboter zu entwickeln, sondern um Verkehrsüberwachung, Postautomatisierung, Dokumentenanalyse sowie Spracherkennung und Schlüsselwortsuche. Seit genau 25 Jahren gibt es das Unternehmen, und die Wende ebnete den Weg zur Gründung.

Mit ein paar Klicks öffnet Hagen Wustlich das Demo-Video. Zu sehen ist elektronisches Suchfeld, in dem das Wort „Hilfsstoffe“ eingetippt wird. In Windeseile erscheinen Textausschnitte mit genau diesem Wort im Satz. Das Erstaunliche: Die Ausschnitte sind in Handschrift verfasst, teilweise für das menschliche Auge nicht zu entziffern, weil die Schrift wenig lesefreundlich ist. „Das ist unser neuestes System. Damit sind wir seit rund eineinhalb Jahren unterwegs“, erklärt Planet-Geschäftsführer Hagen Wustlich. Das Such-System erkennt dank künstlicher Intelligenz und maschinellen Lernens Worte selbst schwierige Handschriften und Maschinenschriften. Jegliche Schreibarten in lateinischen Buchstaben werden erkannt, auch Sütterlin ist kein Problem. Damit können Analysen von Dokumenten vereinfacht, aber auch elektronische Posteingänge gefiltert werden. „Natürlich gibt es auch immer wieder Kritik an den Systemen der Künstlichen Intelligenz, weil sie manchen Arbeitsplatz ersetzen. Aber in vielen Bereichen erleichtern sie die Arbeit“, erklärt Hagen Wustlich.

Der 48-Jährige gehört wie sein älterer Bruder Welf Wustlich zu den Firmengründern. Die Wende in der DDR und der Umbruch in Deutschland hat die Selbstständigkeit erst möglich gemacht. Seit 1992 gibt es die Firma. Welf Wustlich ist studierter Physiker und im Bereich der Forschung tätig. Hagen Wustlich studierte nach dem Mauerfall in Augsburg Wirtschaft.

25 Jahre nach dem Firmenstart haben sie nicht nur Partner wie IBM und die AOK, sondern auch eine Zweigstelle in Rostock, deren Mitarbeiter sich mit Forschung und Entwicklung rund um die künstliche Intelligenz beschäftigen. Motivierte und schlaue Leute seien immer willkommen. „Im Rückblick hätte ich nie gedacht, dass wir einmal so fetzige Sachen machen“, gibt Hagen Wustlich zu. Auch sein Bruder ist immer noch mit Feuer und Flamme dabei. „In den vergangenen fünf bis sechs Jahren ist ein regelrechter Boom um Systeme der Künstlichen Intelligenz ausgebrochen. Das macht es spannend, aber auch unglaublich vielfältig in diesem Bereich zu arbeiten“, sagt Welf Wustlich. Für ihn sei es manchmal wie ein großer Spielplatz, weil es so viel zu entdecken gibt.

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