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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. November 2017 | 22:55 Uhr

Umweltschutz in Schwerin : Der Faule See wird sauberer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mit unterirdischem Speicher wird das Oberflächenwasser vom Dreesch gereinigt

von
erstellt am 01.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Die Schweriner Seen sollen sauberer werden. Deshalb baut die Schweriner Abwasserentsorgungsgesellschaft (SAE) einen weiteren Regenwasserspeicher. Offiziell heißt das Bauwerk „Regenwasserbehandlungsanlage Gutenbergstraße“. Es entsteht zwischen Crivitzer Chaussee und Faulem See etwas unterhalb des SVZ-Gebäudes.

„Mit der Anlage wird das Oberflächenwasser von Straßen und Plätzen eines Teils des Großen Dreeschs behandelt“, erklärt Bauüberwacher Hans-Georg Blunk. „Sand, Papier und sonstiger Schmutz, aber auch Öle und Fette werden aus dem Wasser entfernt, bevor es in den Faulen See abläuft.“ Derzeit geht das anfallende Regenwasser unbehandelt in das Gewässer. In der kommenden Woche sollen die Arbeiten beginnen. Dann werden 13 Meter lange Spundbohlen in die Erde getrieben. Sie werden die 33 Meter lange, 9 Meter breite und 5,5 Meter große Baugrube sichern. „Wir werden Grundwasser in der Grube haben, das wir abpumpen müssen“, sagt Blunk.

Anschließend wird das unterirdische Becken aus Betonfertigteilen gebaut. „Mit dieser Technologie konnten wir die Bauzeit deutlich verkürzen“, sagt Jörg Zimmermann vom Planungsbüro ICN. „Im Juni soll das Becken fertig sein.“

Zwischenzeitlich wird es auf der Crivitzer Chaussee immer mal wieder zu Behinderungen kommen. „Wenn Material abgeladen wird, muss eine Fahrspur gesperrt werden“, so Zimmermann. Das werde aber rechtzeitig angekündigt.

Schon im Vorfeld sind an der Baustelle Bäume gestutzt worden, damit die Kranarbeiten nicht behindert werden. Außerdem verlangte der Munitionsbergungsdienst, dass der Uferstreifen zwischen Spazierweg und Wasserkante nach Sprengmitteln abgesucht wird. „Wir haben aber nichts gefunden“, sagt Jörg Zimmermann erleichtert.

Das neue Regenrückhaltebecken reiht sich ein in die Strategie der SAE zur Verbesserung der Wasserqualität der Schweriner Gewässer. Zunächst wurden große unterirdische Wasserspeicher für die Innenstadt gebaut, wie beispielsweise derzeit in der Werderstraße. Der Grund: Hier gibt es keine getrennte Kanalisation für Regen- und Schmutzwasser. Bei besonders starkem Regen konnte deshalb immer mal so genanntes Mischwasser in die Seen überlaufen. Mit den Speicherbecken kann das verhindert werden.

In den Plattenbaugebieten gibt es getrennte Kanäle für Regen- und Schmutzwasser. Bisher konnte daher nur Oberflächenwasser, das mit Straßenschmutz, aber mitunter auch Öl und Fett belastet ist, in die Seen laufen. Dieses Wasser wird nun mit den Rückhaltebecken behandelt. Die Anlage am Faulen See ist eine der letzten. Es fehlt noch ein Becken für den Stadtteil Mueßer Holz. Dessen Oberflächenwasser läuft noch ungereinigt in die Stör. Mit dem Bau einer Behandlungsanlage in der Nähe des Kreisverkehrs im Mueßer Holz soll das aber auch ein Ende haben.

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