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Matthias Kanter im E-Werk : Der etwas andere Blick auf die Welt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In der Kunsthalle im E-Werk sind noch bis Ende des Monats Malereien und Fotografien von Matthias Kanter zu sehen

Das neue Jahr ist da – und die Ausstellung in der Kunsthalle im E-Werk mit „Etwas: Malerei und Fotografie“ von Matthias Kanter kann wieder besucht werden. Das lohnt sich. Ausstellungsorte sind neben dem Vorraum die beiden Säle und der kleinere Raum. Fotografie und Malerei bilden im Schaffen von Kanter zwei gleichberechtigte Säulen. Die Fotografien entstehen für ihn mehr zufällig, wenngleich die Absicht immer mitspielt. Sie sind hier ohne Titel zu sehen oder stammen aus der Serie zu Venedig. In diese italienische Metropole zieht es ihn immer wieder. Zwei Jahre lebte er dort, studierte ihre Geschichte und beobachtete die Menschen der Stadt, die für Kanter der wichtigste Ort der Malerei in der Kunstgeschichte ist. Viele weitere Stipendien schlossen sich an, Matthias Kanter war Meisterschüler bei Prof. Max Uhlig, nahm Lehraufträge in Greifswald, Dresden, Berlin und anderen Orten an.

Geboren wurde der Künstler 1968 in Dessau. Wegen der guten Luft und des Arbeitswechsels der Mutter kam er 1978 nach Schwerin. Aus der Wahlheimat ist längst ein fester Sitz geworden, allerdings nun in Friedrichshagen bei Plüschow. Studienorte waren dann Leipzig und Dresden. „Ich bin aber lieber in Dresden gewesen, des sinnlichen Ansatzes wegen und Tübke. Leipzig war damals die mehr intellektuelle Schule“, sagt Kanter. Malen ist ihm längst Bedürfnis und der Malprozess für ihn sehr wichtig. „Eigentlich entdecke ich erst am Ende, wenn das Bild fertig, trocken ist, was ich da vollbracht habe. Denn zwischendurch wird vieles oft wieder zerstört oder übermalt. Die Ergebnisse sind immer wieder anders.“ Die Idee sei immer da, doch das Ergebnis werde fast immer von der Vorstellung abweichen. Es sei der Prozess einer Annäherung, immer wieder. Deswegen hat Kanter auch stets mehrere Leinwände in Arbeit. Der Malprozess müsse klug sein, Zufälle würden helfen, der Rest sei Spaß, ja es müsse Spaß machen, sonst würde er es gar nicht tun, so der Künstler. Und immer die Neugier, sein Bild anzuschauen, den Wert zu erkennen. Dann entschieden oft Winzigkeiten, die das Ganze abrundeten, abschließen würden.

Prachtvolle Malereien hängen derzeit in der Kunsthalle im E-Werk, oft großformatig, klar in Inhalt und Aussage und immer in frappierender Farbgebung. Oft ohne Titel, der muss vom Betrachter gefunden werden. Oder die Reste der Farbe zu verschiedenen Terminen aufgetragen, als Serie „Recycling“, Prozesse auch hier. Inzwischen fanden schon etliche Führungen und das Künstlergespräch statt. Am Freitag, 17. Januar, um 10 Uhr gibt es eine weitere Führung durch die Ausstellung. Zur Finissage wird am Sonntag, 26. Januar, um 18 Uhr in die Kunsthalle im E-Werk eingeladen. Bis dahin ist jeweils mittwochs bis sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.




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