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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. Oktober 2017 | 15:34 Uhr

Kräuter-raritäten : Der Dschungel von Drispeth

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Andreas Gebhard hat sich auf den Kräuterverkauf spezialisiert – aber Orchideen sind seine große Liebe

svz.de von
erstellt am 17.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Von der Alten Dorfstraße in Drispeth bis in den Dschungel sind es nur ein paar Meter. Wer in den Dschungel will, der muss nur durch die Garage, vorbei an unzähligen Kräutertöpfen, raus auf den Hof und dann in Andreas Gebhards grüne Welt. Die ist im Garten – und in dem lang gezogenen Bau mit den Wänden aus Stein und dem Dach aus Glas. „Das ist der kleine Dschungel“, sagt der Mann mit dem grauen Bart und zieht die Tür auf. Im Gewächshaus ist es warm und feucht. Die Pflanzen wissen das zu schätzen, recken ihre Stengel, Blätter und Blüten in die Höhe oder klammern sich sich an kleinen dekorativen Korkstücken fest. Hier sind die Orchideen zu Hause, die Pflanzen, die es dem 59-Jährigen besonders angetan haben. Manche blühen schon, manche werden es in den nächsten Stunden und Tagen tun. Früher, da waren die Blumen sein Hobby. Seit neun Jahren sind sie Teil seiner Freiberuflichkeit, mit dem er Geld verdient.

„Ich arbeitete als Techniker in einem Krankenhaus. Als die Privatisierung anstand, habe ich mich entschlossen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen“, sagt Andreas Gebhard. Den Schritt, fügt er an, habe er nicht bereut, „auch wenn ich jetzt viel positiven Stress und Arbeit habe.“

Viel Arbeit, die ist jetzt zum Start in die Freiluftsaison programmiert. Vor allem, seit sich Andreas Gebhard auf Kräuter spezialisiert hat. Am vergangenen Freitag kam wieder die Jahreslieferung aus dem badischen Sasbach. Eine Kräutermanufaktur am Fuße des Kaiserstuhls versorgt Gebhard seit einigen Jahren mit dem, was er jetzt auf Märkten oder aus seinem Garten heraus verkauft. Vier Paletten á 50 Kartons mit jeweils 15 Kräutern hat der Spediteur gebracht. Das sind 3000 Kräuter-Töpfchen, die jetzt fein säuberlich sortiert und mit kleinen Hinweistafeln versehen auf dem Hof stehen.

Afrikanischer Rosmarin, Kapland-Pelargonie oder Peruanischer Sauerklee – viele der rund 200 Kräutersorten sind exotischer Natur. „Das ist auch wichtig, denn herkömmliche Kräuter gibt es in jedem Baumarkt zu kaufen“, sagt der Chef des Ein-Mann-Betriebs, der unter dem Namen „Pflanzen Exoten & Raritäten“ angemeldet ist.

Minzen-Arten mit Schoko-, Erdbeer- und Ingwer-Aroma, Pfirsich- oder Räucher-Salbei – Feinschmecker, Liebhaber von Heil- oder Küchenkräutern mit eigener Kräutersammlung und auch Küchenchefs kommen in Gebhards grünes Reich. Oder sie besuchen ihn und seine Frau Rosemarie auf einem der Märkte, auf denen er seine Waren anbietet. Und man kann riechen, schmecken, schauen – „oder einfach nur fachsimpeln, das mache ich auch gerne“, sagt Gebhard. Und wer genau das mag, der kann am Ostersonnabend , 19. April, und am Sonnabend darauf, 26. April, jeweils von 10 Uhr an genau das tun in Drispeth, Alte Dorfstraße 2b, denn dann wird in der Gärtnerei die Freiluftsaison eröffnet. Und die Tür zum Dschungel, die steht an diesen Tagen auch offen.

 

 

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