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Schwerin zeigt Bürgernähe : Der direkte Draht ins Stadthaus

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Seit elf Jahren gibt es das Ideen- und Beschwerdemanagement – mehr als 8000 Anliegen sind seitdem bearbeitet worden

von
erstellt am 19.Mai.2016 | 23:26 Uhr

Mit „Klarschiff“, dem Online-Portal der Stadt zur Bürgerbeteiligung, geht die Verwaltung seit diesem Jahr neue Wege, um Missstände in Schwerin zu beseitigen. Doch einen konkreten Ansprechpartner für die Sorgen und Nöte der Schweriner gibt es schon seit elf Jahren im Stadthaus. Und die Kompetenz von Sandra Hoffmann, der Leiterin des Ideen- und Beschwerdemanagements, wird gern genutzt – insgesamt 793 Anregungen, Mängelhinweise, Beschwerden, Auskünfte und Hilfeersuchen wurden im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit den Fachbereichen bearbeitet und beantwortet.

Im Vergleich zu den Vorjahren ist allerdings ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Es wurden 200 Sachverhalte weniger von Bürgern vorgetragen. Die Anzahl der Beschwerden, der Hilfeersuchen und vor allem der Auskünfte sind im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Zugenommen haben hingegen Mängelhinweise sowie Anregungen. Seit der Einführung des Ideen- und Beschwerdemanagements zum 1. Januar 2005 sind 8632 Fälle registriert.

Bei den Mängelhinweisen ging es den Schwerinern vor allem um Straßenbeleuchtung, Geh- und Radwege sowie Straßen, defekte Regeneinläufe und Hinweise zu überfüllten Müllcontainern.

Wie im Vorjahr ist das häufigste Thema „Soziales“. Vor allem Hilfeersuchen und vereinzelt auch Beschwerden werden zu diesem Thema vorgetragen. Anregungen zur Verkehrsplanung oder Änderungen von Ampelschaltungen führen dazu, dass dieses das zweithäufigste Thema ist. An dritter Stelle stehen Stadtplanung und Stadtgestaltung in Schwerin. War die Bearbeitungszeit 2014 noch das vierthäufigste Thema, so spielt es 2015 kaum noch eine Rolle. Anstelle der Bearbeitungszeit ist nun die Straßenbeleuchtung auf Platz vier gelandet. Es folgen anschließend die Themen, die vor allem durch Mängel gekennzeichnet sind.

Jetzt sollen Mängelhinweise und Ideen über das System „Klarschiff-SN“ erfasst und bearbeitet werden. Das System ordnet die Fälle durch Kategorisierung automatisch den zuständigen Fachbereichen zur Bearbeitung zu. Die Beantwortung übernehmen dann die Ämter in eigener Verantwortung.

Und was konnte durch das Einbinden des Ideen- und Beschwerdemanagements erreicht werden? Sandra Hoffmann nennt einige Beispiele. So habe sich beispielsweise eine Mutter beklagt, dass manche Eltern mit ihrem Kind zum Spielplatz kommen, dann dort rauchen und manche sogar die Kippen vor Ort entsorgen. Der Eigenbetrieb SDS – Stadtwirtschaftliche Dienstleistungen – ergänzte auf den genannten Spielplätzen die Beschilderung durch „Rauchverbot“.

Eine andere Anwohnerin sorgte sich um das Wohl von Kindern auf dem Weihnachtsmarkt, da zwischen den Buden auch Radfahrer unterwegs seien. Die Verwaltung nahm den Hinweis auf und untersagte während des Weihnachtmarktes in der Mecklenburg- und in der Helenenstraße das Radfahren zwischen 10 und 18 Uhr.

Eine Lankowerin regte an, in der Eutiner Straße einen Hundekotbeutelspender anzubringen. Auch hier reagierte die Stadt und ließ einen Ersatzspender installieren, da der alte offensichtlich verschwunden war.

Und auch darüber weiß Sandra Hoffmann zu berichten: „Eine ältere Dame berichtete am Telefon sehr entsetzt darüber, wie ein alkoholisierter Mann sich auf dem Marienplatz in einem Fahrgastunterstand entleerte und anschließend in die Straßenbahn stieg. Die Dame zeigte sehr viel Verständnis dafür, dass die Verwaltung im Nachgang nun keine Möglichkeiten hat, dies zu ändern. Häufig ist dann von den Anrufern zu hören, dass sie wissen, dass die Stadtverwaltung nicht bei allem helfen kann, sie sich nach dem Vortragen des Sachverhaltes aber dennoch besser fühlen.“

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