Cambs : Der alte Herd als Stromfresser

Kontrollieren die Energiebilanz am Computer: Hausherr Hartwig Daewel und Energieberaterin  Ursula Koenigs-Joedicke.
Kontrollieren die Energiebilanz am Computer: Hausherr Hartwig Daewel und Energieberaterin Ursula Koenigs-Joedicke.

Hartwig Daewel aus Ahrensboek ließ sein Wohnhaus von Energieberaterin Ursula Koenigs-Joedicke durchchecken

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15. Dezember 2017, 08:00 Uhr

Jetzt steht fest, was Hartwig Daewel als nächstes für die Wohnungsausstattung kauft: einen neuen Herd. Denn der alte ist ein Stromfresser. Diese Erkenntnis ist das konkrete Ergebnis nach dem Besuch von Energieberaterin Ursula Koenigs-Joedicke. „Ansonsten liegt das 1999 errichtete Gebäude in Sachen Energieverbrauch im grünen Bereich“, stellte die Fachfrau von der Verbraucherzentrale MV fest. Koenigs-Joedicke überprüfte mit Hilfe eines speziellen Computerprogramms die energetischen Daten des Wohnhauses von Christiane und Hartwig Daewel. Bauart, Dämmung, Heizungsanlage und Großgeräte sind bei so einem Einstieg in die Energieberatung wichtig. Ursula Koenigs-Joedicke fütterte während des Gesprächs mit Hartwig Daewel ihren Computer mit den vorliegenden Daten. Und der bescheinigte unterm Strich dem Haus gute Werte und den Eheleuten einen sparsamen Umgang mit Strom und Flüssiggas. Einzig der Elektroherd tanzte aus der Reihe.

„Als wir hier im Jahr 2005 einzogen sind, war der Herd noch gut in Schuss. Und wir nutzen ihn bis heute, auch wenn der Kuchen beim Backen schnell braun wird“, erzählt Hartwig Daewel. Damals war der heute 73-Jährige Landespastor für die Diakonie. Die Eheleute fanden ihr Traumhaus in Ahrensboek. Zuerst wohnten sie dort zur Miete. Doch auch ihren Ruhestand wollten sie hier verbringen, deshalb haben die Daewels das Haus mit Blick in die Landschaft gekauft. „Für zwei Leute ist es vielleicht ein bisschen groß“, räumt Hartwig Daewel ein. „Aber wenn unsere drei Kinder mit Familien kommen, reicht es kaum aus.“

Allerdings wird in einem großen Haus auch viel Energie verbraucht. „Wir heizen natürlich nur die Wohnräume, in denen wir uns auch aufhalten“, erzählt Hartwig Daewel. Dennoch erschien dem Ahrensboeker der Verbrauch von Flüssiggas sehr hoch. Ursula Koenigs-Joedicke hatte mit Hilfe des Programms alles durchgerechnet: Heizungsanlage und Bauweise des Hauses entsprechen genau der Entstehungszeit und der Verbrauch von Flüssiggas liegt im Schnitt, angesichts der Wohnfläche sogar im unteren Bereich. Die Heizungsanlage will Hartwig Daewel dennoch umstellen, wenn seine Nachbarn das ebenfalls machen. Denn die Ahrensboeker überlegen, ob sie gemeinsam mit dem ortsansässigen Landwirt ein kleines Fernwärmesystem aufbauen, das Holzschnitzel als Heizmaterial verwendet. Eine Idee, die 2016 geboren wurde, als die Gemeinde Cambs daran ging, eine Machbarkeitsstudie zur Nutzung von Bioenergie zu erstellen. Die zeigte, dass Großprojekte nicht gewollt und nicht immer sinnvoll sind (SVZ berichtete). Aber kleine Lösungen für einzelne Dörfer oder Straßenzüge sind drin.

Jörg Falk aus Ahrensboek, der zudem den Zukunftsausschuss der Gemeinde leitet, schaute dabei auch, was bei ihm vor der Haustür möglich ist. Falk war es auch, der Hartwig Daewel ermunterte, den Energiecheck für sein Haus machen zu lassen. Dieses Programm war ein Bonus an die Gemeinde Cambs für ihr Engagement in Sachen Öko-Bilanz. Der Regionale Planungsverband Westmecklenburg und die Verbraucherzentrale schickten die Fachleute ihrer Energiekarawane vorbei, um bei Interessenten so einen kleinen Gebäudecheck durchzuführen – kostenfrei.

Für Hartwig Daewel hat der Test gezeigt, dass sein Haus besser in Schuss ist als gedacht. Und dennoch gibt es immer Schwachstellen und zugleich Möglichkeiten, diese abzustellen und etwas zu verbessern.

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