Frühlingskur : Der Alte Friedhof wird aufpoliert

Eingerüstet: Die Masiuskapelle ist die einzig erhaltene, privat errichtete Grabstätte auf dem Alten Friedhof. Sie wird saniert.
1 von 2
Eingerüstet: Die Masiuskapelle ist eine einzigartige erhaltene, privat errichtete Grabstätte auf dem Alten Friedhof. Sie wird saniert.

In der Parkanlage wurden Gehölze und kranke Bäume entfernt / Masiuskapelle wird saniert und soll im neuen Glanz erstrahlen

23-65748720_23-67291560_1420651576.PNG von
10. März 2015, 08:00 Uhr

Groß und ehrfürchtig stehen sie da. Still. Ab und an hört man ein Knacken oder wie der Wind durch die noch kahlen Äste fährt. Der Baum ist ein Symbol für immer neue Lebenskraft, Wachstum und Segen. Wachsen, Grünen und Früchte deuten auf das Leben hin, das Abfallen der Blätter auf Sterben und Tod. Aus diesem Grund ist der Baum auch ein Symbol der Auferstehung, des Sieges über den Tod. Auf dem Alten Friedhof gibt es jede Menge von ihnen. Vor Kurzem mussten einige kranke und alte Gehölze und Bäume weichen – die 28 Hektar große Parkfriedhofsanlage wird frühlingsschick gemacht.

Wie viele Bäume genau weichen mussten, konnte die SDS (Stadtwirtschaftliche Dienstleistungen Schwerin) auf SVZ-Nachfrage nicht mitteilen. Fest steht aber: eine Menge. Der Grund dafür ist sehr einfach: „Viele alte Bäume mussten aus Sicherheitsgründen entfernt werden“, erzählt SDS-Leiterin Ilka Wilczek. Die Gefahr des Umsturzes wäre zu groß. Und auch viele Hecken, Sträucher und Koniferen wären einfach zu groß geworden. Sie mussten gestutzt werden. „Wir möchten die ursprüngliche Parkanlage – so wie sie 1863 von Theodor Klett nach Plänen von Georg Adolf Demmler gebaut wurde – wieder herstellen“, erklärt Wilczek. Und dazu müssten eben einige Gehölze weichen.

Damit aber nicht genug. Auch die Masiuskapelle, die sich oberhalb der Demmlerkapelle befindet, wird komplett saniert. Sie war 1892 für W. Masius, einen Rentner, auf annähernd quadratischem Grundriss als Mauerwerksputzbau errichtet worden. Sie wurde in den oberen Böschungshang des Grabfeldes Villa eingefügt. Der Baumeister sei nicht bekannt, berichtet die SDS auf ihrer Homepage.

Die imposant gestaltete Kapelle bedarf seit Langem einer Sanierung. Das Dach wurde nun bereits restauriert. Und auch das Gewölbe ist ausgemauert. „Nun folgen Putzarbeiten. Und auch die Sanierung der Fenster steht an“, erzählt die SDS-Leiterin. Die Leistungen seien allerdings noch nicht vergeben.

Die Masiuskapelle ist das einzig erhaltene Beispiel auf dem Alten Friedhof für aufwändig gestaltete Privatkapellen des späten 19. Jahrhundert. Für die Sanierung stehen der SDS 80  000 Euro Fördermittel zur Verfügung. „Wir wollen die Kapelle im September fertigstellen“, berichtet Wilczek. Denn die Fördermittel vom Bund müssen im November abgerechnet werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen