zur Navigation springen

71-Jähriger muss wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern ins Gefängnis : Der Albtraum von einem Großvater

vom

Ein 71 Jahre alter Großvater muss wegen schweren sexuellen Missbrauchs von drei Enkeltöchtern ins Gefängnis. Das Landgericht Schwerin verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten.

svz.de von
erstellt am 24.Jan.2011 | 06:46 Uhr

Schwerin | Er versteckt sein Gesicht unter einer großen Kapuze. Die nimmt er erst ab, als die Verhandlung beginnt. Das schlohweiße Haar weist auf sein Alter hin. 71 Jahre ist der Mann, der seinen Lebensabend nun hinter Gitter verbringen soll. Wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs hat ihn das Landgericht Schwerin gestern zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Für drei kleine Mädchen hat er nicht den Traum vom netten Opa verkörpert, sondern einen Albtraum, der sie noch immer verfolgt. Zwei Mädchen sind heute 22 Jahre alt, eines ist zwölf. Bei zwei weiteren Schwestern wurden die Ermittlungen eingestellt. Die Kinder lebten jeweils eine Zeitlang bei ihm und seiner Lebensgefährtin auf dem Land bei Bützow. Der Rentner ist der leibliche Großvater eines der Mädchen, die anderen sind Enkelkinder seiner langjährigen Partnerin, die er jetzt geheiratet hat. "Was ich nicht von ihr bekomme, muss ich mir von dir holen", soll er einem Kind gesagt haben, als es acht Jahre alt war. Er duschte die Mädchen, belästigte sie nachts in ihren Bettchen. Zweimal soll es zum "Eindringen in den Körper" gekommen sein - was juristisch besonders schwer ins Gewicht fällt.

Die älteren Mädchen offenbaren ihren Albtraum - eines der Mutter, das andere der Großmutter. Beide finden kein Gehör. Erst Jahre später fliegt der Großvater auf. Da hat er sich bereits an der Jüngsten vergangen.

Als das die große Schwester mitbekommt, erstattet sie 2009 Anzeige. Mit ihrer Anwältin Christine Habetha nehmen die Mädchen als Nebenklägerinnen am Prozess teil. Der Opa leugnet. So bleibt auch der Kleinen die peinlich genaue Befragung vor Gericht nicht erspart. Einen Prozesstag später ist der Großvater verschwunden. Die Polizei findet ihn und setzt ihn über Nacht fest. Dann legt er ein Teilgeständnis ab. So fand der Prozess gestern ein Ende.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen