Gesundheitsreport : Depression nimmt zu in Schwerin

Ein Mann hält sich die Hände vors Gesicht: Nur bei etwa 80 Prozent der an einer Depression Leidenden gibt es gute Therapie-Chancen, sagen die Statistiker. In Schwerin haben die Krankentage zugenommen, die mit psychischen Problemen begründet sind.
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Ein Mann hält sich die Hände vors Gesicht: Nur bei etwa 80 Prozent der an einer Depression Leidenden gibt es gute Therapie-Chancen, sagen die Statistiker. In Schwerin haben die Krankentage zugenommen, die mit psychischen Problemen begründet sind.

DAK hat aktuelle Zahlen ausgewertet: Fast jeder fünfte Krankschreibungstag in der Landeshauptstadt beruht auf psychischen Problemen

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02. August 2016, 21:00 Uhr

Der aktuelle Gesundheitsreport der DAK bringt alarmierende Zahlen. Nach Problemen mit dem Muskel-Skelett-System – Rückenschmerzen, Bandscheibenschaden, Knieprobleme und ähnliches – folgen in der Landeshauptstadt bereits psychische Erkrankungen wie Depression und Angstzustände. Hier gab es einen Anstieg der Ausfalltage um knapp 38 Prozent. Bei den Muskel-Skelett-Erkrankungen sind die Krankschreibungen um fast 20 Prozent zurückgegangen.

Bei Atemwegserkrankungen, zu denen Erkältungen und Bronchitis gehören, wurde ein Plus von fast 16 Prozent verzeichnet. Sie belegten im vergangenen Jahr den dritten Platz. Erneut gesunken ist der Arbeitsausfall aufgrund von Verletzungen und Vergiftungen.

„Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand in der Landeshauptstadt Schwerin“, sagt Annegret Bretz von der DAK-Gesundheit. „Dafür werten wir die Ausfalltage unserer Versicherten in der Region aus. Unternehmen können aus dieser Analyse wichtige Impulse für ihr betriebliches Gesundheitsmanagement gewinnen. Um zum Beispiel längeren Erkrankungen durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorzubeugen, bieten wir als Kasse Arbeitgebern konkrete Hilfe an.“

Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem diesjährigen Gesundheitsreport schwerpunktmäßig den Unterschied von Frauen und Männern in den Krankheitsprofilen und im Umgang mit Krankschreibungen. Ein Fazit: Frauen in Mecklenburg-Vorpommern fehlen häufiger im Job als Männer. Ihr Krankenstand lag im vergangenen Jahr 15 Prozent höher. In Schwerin war der Unterschied etwas geringer, betrug aber immerhin elf Prozent. „Damit ist der viel zitierte kleine Unterschied größer als gedacht“, sagt Annegret Bretz. „Die Studie zeigt auch, dass Männer und Frauen von ganz unterschiedlichen Krankheiten betroffen sind.“

In der Landeshauptstadt erkranken Männer dreieinhalbmal häufiger am Herz-Kreislauf-System als Frauen. Landesweit sind das viel weniger. Frauen hingegen leiden öfter an psychischen Erkrankungen wie Depressionen. Auch an Krebs erkranken sie doppelt so oft wie Männer, was durch das vergleichsweise frühe Auftreten von Brustkrebs bedingt ist. „Betroffene Frauen stehen oft noch voll im Erwerbsleben“, erklärt Annegret Bretz. Die häufigste Krebserkrankung bei Männern, der Prostatakrebs, trete hingegen erst im höheren Alter auf – meist ab etwa 60 Jahren. „Diese Krebsfälle bei den Männern werden von unserer Statistik, die sich ausschließlich auf Erwerbstätige bezieht, nicht mehr erfasst“, so Bretz.

Obwohl Frauen den höheren Krankenstand haben, schleppen sie sich sogar noch häufiger als Männer krank zur Arbeit. Experten sprechen vom Präsentismus: 77 Prozent der Frauen in MV waren 2015 mindestens einmal krank bei der Arbeit, bei den Männern nur 45 Prozent. Als Hauptgründe gaben Frauen in der Befragung an, dass sie ihre Kollegen nicht hängen lassen wollten (79 Prozent) oder auch ihre Arbeit fertigstellen müssten (61 Prozent). Die Zahl derjenigen, die erkrankt arbeiteten, weil sie Angst um ihren Job haben, lag lediglich bei 24 Prozent.

Die DAK-Gesundheit ist eine der größten Krankenkassen Deutschlands. Sie hat mehr als 170 000 Versicherte in MV, davon rund 25 000 in Schwerin.

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