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Zeitung für die Landeshauptstadt

11. Dezember 2017 | 03:06 Uhr

Neumühle : Deponie Finkenkamp wird saniert

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Arbeiten auf dem Gelände an der Neumühler Straße sollen im kommenden Jahr beginnen. WAG-Chef: „Sickerwasser ist das größtes Problem.“

svz.de von
erstellt am 12.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Auf diese Nachricht haben viele Neumühler lange gewartet: Die ehemalige Deponie Finkenkamp wird saniert. In seiner jüngsten Sitzung hat der Hauptausschuss der Stadtvertretung eine entsprechende Eilentscheidung von Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) bestätigt. Bis die ersten Arbeiten auf dem rund 4,3 Hektar großen Areal hinter der Tierklinik in der Neumühler Straße starten, wird allerdings noch eine Weile vergehen. „Zunächst müssen jetzt die Planungsunterlagen vorbereitet werden“, sagt Stefan Schlick, stellvertretender Leiter des städtischen Liegenschaftsamtes. Dabei ist der Handlungsdruck durchaus hoch. Denn: Die ehemalige Deponie liegt mitten in einem Trinkwasserschutzgebiet in der Nähe des Wasserwerks in Neumühle.

Dennoch soll der Instanzenweg eingehalten werden. Voraussichtlich Anfang kommenden Jahres werde das Staatliche Amt für Umwelt und Natur über die Genehmigung der Sanierung entscheiden, erklärt Schlick. Danach müssten die Arbeiten ausgeschrieben werden. Mit dem Beginn der eigentlichen Bautätigkeit rechnet der Vize-Amtsleiter nicht vor Ende 2015. Etwa 2,5 Millionen Euro investiert die Landeshauptstadt nach seinen Angaben in die Sicherheit der alten Müllhalde, hofft dabei auf Fördermittel vom Land. Die Sanierung werde sich wahrscheinlich über drei Jahre hinziehen, erläutert Schlick. Geplant seien die Abdeckung besonders durchlässiger Bereiche der Deponie, die Ableitung von Niederschlagswasser, die Bepflanzung von Hangflächen und eine Tiefendrainage für das Sickerwasser.

Tatsächlich stelle das Sickerwasser das größte Problem bei der ehemaligen Deponie dar, betont der Geschäftsführer der Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsgesellschaft Schwerin, Axel Krause. So gäbe es immer wieder die Gefahr, das Sickerwasser in das Grundwasser eindringe. Gegenwärtig sei die Situation unter Kontrolle, das Schweriner Trinkwasser sicher, unterstreicht Krause. „Aber wir möchten in Zukunft keinen weiteren unserer Brunnen abstellen müssen.“ Schließlich sei die über mehrere Jahrzehnte genutzte Deponie nachweislich mit Blei, Zink, Bor, Carbazolen und anderen Stoffen belastet, so der WAG-Chef.

Für eine zügige Sanierung des Areals an der Neumühler Straße hatten sich in der Vergangenheit besonders die Grünen stark gemacht und dabei der Stadt Versagen vorgeworfen. Erleichtert über die Ankündigung der geplanten Arbeiten zeigt sich aber auch Neumühles Ortsbeiratsvorsitzender Claus Jürgen Jähnig (Unabhängige Bürger). „Ich bin froh, dass nun endlich etwas gemacht wird“, sagt er.

„Wir wollen keine Zeit mehr verlieren“, betont Vize-Amtsleiter Schlick. Deshalb habe die Oberbürgermeisterin die Sanierung jetzt auch per Eilentscheidung angeschoben.

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