Denkmalschutz : Denkmal ist nicht gleich Denkmal

 Das ehemalige Strandhotel steht unter Denkmalschutz. Es muss aber nicht wieder Hotel werden. Auch Wohnungen oder Büros sind hier denkbar.
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Das ehemalige Strandhotel steht unter Denkmalschutz. Es muss aber nicht wieder Hotel werden. Auch Wohnungen oder Büros sind hier denkbar.

Schwerin will 780 geschützte Bauwerke erhalten

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24. Juli 2015, 23:22 Uhr

Offizierscasino, Strandhotel, Paulshöhe – der Denkmalschutz rückt gerade wieder in den Fokus. Viele Schweriner diskutieren über die Maßstäbe. Wer entscheidet über den Denkmalwert eines Gebäudes?

„Wir haben rund 780 denkmalgeschützte Bauwerke in der Stadt und fünf Denkmalbereiche und wollen sie natürlich erhalten“, sagt Baudezernent Bernd Nottebaum. Es gäbe nur sehr selten die Ausnahme, dass ein Denkmal von der Liste verschwinde. Dem gehe stets ein langer Abwägungsprozess der Unteren Denkmalbehörde voraus. Als Beispiele nennt er die alten Stadthallen am Marienplatz, später Haus der Offiziere, die dem Schlosspark-Center Platz machen mussten, oder den Speicher aus napoleonischer Zeit, der der Marienplatz-Galerie weichen musste. „In beiden Fällen wurde zu Gunsten der Investition entschieden, bei anderen Gebäuden ist das aber anders.“ Das betreffe zum Beispiel das Offizierscasino oder das Strandhotel. „Die geschichtliche Bedeutung für die Stadt ist neben der Architektur und dem baulichen Zustand das entscheidende Argument, das gegen den Abriss steht“, erläutert Dr. Günter Reinkober, Fachbereichsleiter Bauen und Denkmalpflege der Stadt. Da aber, um ein Gebäude langfristig zu erhalten, eine Nutzung notwendig ist, würde die Denkmalbehörde auch Nutzungsänderungen akzeptieren. Das Strandhotel beispielsweise müsse nicht zwingend Hotel bleiben. Wohnen und Büros seien dort möglich. Auch beim Offizierscasino seien Kompromisse gefunden worden.

Anders sieht es bei der Lankower Schwimmhalle aus. In einem Schreiben vom 22. Juli an das Architekturbüro Gottreich Albrecht teilt die Stadt mit, dass sie für das Gebäude keinen Denkmalwert sieht. „Zudem wird der Erhalt der alten Schwimmhalle als unwirtschaftlich angesehen. Eine anderweitige Nutzung hat sich nicht ergeben“, heißt es in dem Papier. Die Abbruchanzeige werde mit dem Land abgestimmt, danach werde der Abriss umgehend erfolgen.

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