Kalkwerder : Den See immer fest im Blick

Joelene Behrendt musste glücklicherweise noch niemanden aus dem Schweriner See retten.
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Joelene Behrendt musste glücklicherweise noch niemanden aus dem Schweriner See retten.

Joelene Behrendt ist ehrenamtliche Rettungsschwimmerin und verbringt viel Zeit im Freibad Kalkwerder

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09. August 2015, 21:00 Uhr

Das Wasser glitzert in der Sonne. Eine leichte Briese lässt kleine Wellen an den Strand des Freibads Kalkwerder schlagen. Es rauscht. Kleine weiße Quellwolken schmücken den blauen Himmel. Gut 30 Grad erwärmen die Gemüter. Noch ist es ruhig. Nur wenig Badelustige tummeln sich auf der grünen Wiese. Sie liegen auf bunten Decken und Handtüchern. Sonnen sich. Halten ein Pläuschchen miteinander. Schmökern in Zeitschriften und Büchern. Im Schatten, kurz vor den Toiletten, steht ein Tisch. An ihm sitzen vier Rettungsschwimmer. Auch die 18-jährige Joelene Behrendt. Sie achtet genau darauf, was im Wasser und an Land passiert. „Man muss einfach immer wachsam sein“, sagt sie und lässt die Badegäste dabei nicht aus den Augen.

In einer kleinen Kammer im Häuschen am Badestrand übernachtet die Schülerin, wenn sie Dienst hat. „Ich komme schon am Vorabend, weil ich nicht in Schwerin wohne“, erklärt sie lächelnd. Um 8 Uhr heißt es dann aufstehen, frühstücken und das Freibad für die Besucher vorbereiten. Die Schilder, die vor dem Eingang stehen müssen rausgestellt, das Tor aufgeschlossen, die Mülleimer entleert, der Sand geharkt, die Toiletten sauber gemacht, Spinnengewebe entfernt und sonstiger Unrat eingesammelt werden. „Bis 10 Uhr – dann öffnen wir – ist jede Menge zu tun. Aber ich mache alles gerne“, sagt die angehende Abiturientin. Ihre langen blonden Haare hat sie praktisch zu einem Zopf gebunden. Mit der linken Hand spielt sie mit ihnen. Hat sie über die linke Schulter gelegt. Den Blick hat sie immer auf den See gerichtet. Routiniert überblickt die junge Frau das Geschehen.

Schon mit fünf Jahren hat Joelene Schwimmen gelernt. „Es hat unglaublich Spaß gemacht“, erzählt sie freudestrahlend. Seit ihrem siebten Lebensjahr ist sie Mitglied in der DRK Wasserwacht Schwerin. „Unser Team ist toll – meine zweite Familie“, schwärmt die junge Frau. Mit 14 Jahren saß sie an der Kasse am Eingang. Seitdem sie 16 Jahre alt ist, ist sie Rettungsschwimmer. Opfert ihre Ferien gerne. Denn: „Ich mache es nicht, um Geld zu verdienen. Es ist ja ein Ehrenamt“, erklärt die junge Frau. Ihre Stimme klingt fest. Überzeugt von dem was sie tut.

Sie geht in Richtung Steg. Hat den Sprungturm im Blick. „Es darf immer nur eine Person auf dem Sprungbrett sein. Und höchstens noch eine weitere Person auf der Treppe“, erklärt sie. Und noch mehr müsse sie beachten. „Auf dem Trampolin im Wasser dürfen nur sechs Kinder zeitgleich spielen – sonst wird es unübersichtlich und gefährlich.“

„An so einem Sommertag wie heute sind etwa 300 Badegäste täglich hier. Auf der Grünfläche sind dann kaum noch freie Plätze. Und auch im Wasser ist jede Menge los – wir müssen schon sehr gut aufpassen“, erklärt die Rettungsschwimmerin ernst, aber freundlich. Und nicht nur für solche Fälle sei sie da. Auch kleine Verletzungen am Strand, wie Schnittwunden, Abschürfungen oder Kreislaufprobleme werden von den Ehrenamtlichen behandelt. „Ein bisschen Trösten und Beruhigen gehört auch immer dazu“, sagt sie schmunzelnd. „Zum Glück musste ich noch nie jemanden aus einer ernsten Lage aus dem See retten“, sagt die Schülerin und geht wieder auf ihren Posten. Den Blick immer fest auf den Schweriner See gerichtet.

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