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Zeitung für die Landeshauptstadt

11. Dezember 2017 | 04:57 Uhr

Fundhundestelle : Den besten Freund im Stich gelassen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nelli und Fränzel erhalten Hilfe in der Fundhundestelle Keez

svz.de von
erstellt am 13.Jul.2015 | 19:15 Uhr

Nelli ist wieder da – in der Fundhundestelle Keez. Dabei war die Jack-Russel-Dackelmischlings-Dame von hier aus schon einmal vermittelt worden. Doch die neuen Halter brachten Nelli nach nur einer Woche zurück, obwohl sie wussten, dass zu dem Zeitpunkt die Fundhundestelle nicht besetzt war. „Das ist für mich ein Aussetzen des Hundes, was ich beim Veterinäramt angezeigt habe“, sagt Kerstin Westhoff. Nelli stammt eigentlich aus der Gemeinde Dobin am See. Das Veterinäramt Ludwigslust-Parchim beschlagnahmte das Tier und brachte es nach Keez (SVZ berichtete).

Nun wird im zweiten Anlauf ein neuer Eigentümer für die Hündin gesucht. „Nelli ist noch hübscher geworden“, sagt Westhoff und hofft, dass dieses Mal ein echter Tierfreund hilft.

Noch schlimmer traf es Fränzel. Die Polizei hatte die Bordeauxdogge vor vier Wochen an der B 104 bei Brahlstorf entdeckt. „Wer Fränzel vorher gesehen hat, erkennt ihn nicht wieder“, ist Kerstin Westhoff auch ein bisschen stolz darauf, wie dem Tier schon geholfen wurde. Vor vier Wochen lief dem Hund eine schwarze Suppe aus Milben, Pilzen und Bakterien aus den Ohren. Von den Zähnen voller Zahnstein waren nur noch die Spitzen zu erkennen. „Auf der Haut waren alle möglichen Tiere. Was dort lebte, war lebendiger als der Hund“, sagt sie. Auch ans Laufen war nicht zu denken: Fränzel hatte eine offene Wunde vom Kratzen sowie Liegebeulen. „Als wenn er in einem Stall gehalten wurde.“ Behandlung gegen Parasiten und eine Operation in der Tierklinik waren unumgänglich. Auch zwei Zähne mussten gezogen werden. „Fränzel bekommt immer noch ein Antibiotikum und Kortison. Er hat sich bei uns gut entwickelt. Durch Spaziergänge hat er auch wieder Muskeln aufgebaut.“

Alles lief gut – bis Fränzel plötzlich zusammenbrach und hoch fieberte. In der Tierklinik wurden Hodentumore festgestellt. „Die Genesungsaussichten sind gut, wenn der vier bis fünf Jahre alte Rüde kastriert wird“, sagt Westhoff. Auch diese Kosten muss dann der 2011 gegründete Verein Mecklenburger Fundhund übernehmen. Der ist auf Spenden angewiesen, um verwahrlosten oder kranken Hunden zu helfen.

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