Schwerin : Demokratie ohne Langzeitarbeitslose?

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07. Mai 2019, 05:00 Uhr

Altstadt | Seit langem ist bekannt, dass ärmere und langzeitarbeitslose Menschen seltener wählen. Je prekärer die Lebensverhältnisse in einem Stimmbezirk, umso geringer die Wahlbeteiligung. „Unsere Wahlergebnisse sind, gemessen an der Sozialstruktur der Wählerschaft, nicht mehr repräsentativ“, erklärt der Wahlforscher Armin Schäfer aus Münster. Die bestehende soziale Spaltung unserer Gesellschaft werde somit auch zu einer politischen Spaltung.

„,Gib mir was, was ich wählen kann‘ – Demokratie ohne Langzeitarbeitslose?“, so heißt eine neue Studie , die eine Forschungslücke schließen will. Langzeitarbeitslose Menschen wurden dabei selbst zu Forschern und befragten „auf Augenhöhe“ langzeitarbeitslose Nichtwähler nach den Motiven ihrer Wahlenthaltung. So ergibt sich ein Bild der Motive langzeitarbeitsloser Menschen, sich nicht mehr an den Wahlen zu beteiligen. Fazit: Sie fühlen sich im Stich gelassen. Durchgeführt wurde die Studie von der „Denkfabrik – Forum für Menschen am Rande“ aus Stuttgart, in Kooperation mit dem „Evangelischen Fachverband für Arbeit und soziale Integration“ und der „Initiative Pro Arbeit“.

In einer Diskussionsveranstaltung wird die Studie heute um 18 Uhr im Schweriner Rathaus vorgestellt. Erwartet werden Gesprächspartner aus Politik, Verwaltung, Verbänden, Gewerkschaft, Kirche, Zivilgesellschaft und Wirtschaft. „Wir haben rund 40 Anmeldungen“, sagt Roswitha Bley von der Initiative „Wir“, die gemeinsam mit dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt und dem Diakonischen Werk zu der Veranstaltung im Demmlersaal einlädt. Die Organisatoren freuen sich auf eine kritische und konstruktive Diskussion. Alle Interessierten sind willkommen.

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