Demenz in Schwerin : Demenz erfasst 2300 Schweriner

Demenzerkrankte brauchen Zuwendung
Demenzerkrankte brauchen Zuwendung

Netzwerk organisiert mit Partnern Aktionswoche, um für das Thema zu sensibilisieren: Auftakt heute mit SVZ-Lesertelefon

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19. September 2017, 08:00 Uhr

Mehr als 2300 Menschen sind in Schwerin direkt von Demenz betroffen, Tendenz: steigend. 900 von ihnen werden in Pflegeeinrichtungen betreut, 1400 leben in eigenen Wohnungen, zum Teil ohne jegliche Betreuung.

„Menschen mit Demenz können verzweifelt und traurig sein, wenn sie sich einsam und hilflos fühlen. Der Kontakt mit anderen zeigt ihnen Liebe und Wertschätzung und erhält die Freude am Leben“, sagt Ute Greve, Leiterin des Zentrums Demenz. Sie betont: „Das Thema geht uns alle an.“ Der Welt-Alzheimertag am 21. September ist für die Schweriner, die sich damit beschäftigen, ein Anlass, diese Krankheit und ihre Erscheinungen und Auswirkungen stärker ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken. Dazu organisiert das Netzwerk Demenz seit 2008 jährlich Aktionstage. Daran beteiligen sich die Helios-Kliniken mit ihrer Altersmedizin, der Helferkreis Schwerin, der ehrenamtlich viele Betroffene betreut, der Fachdienst Gesundheit der Stadtverwaltung und das Zentrum Demenz, das mit zwei Haupt- und 40 Ehrenamtlern die Arbeit koordiniert.

Die Aktionstage sollen für das Thema sensibilisieren, Verständnis wecken und Wissen vermitteln. Greve erklärt: „Jeder Mensch ist anders. So ist das auch bei Menschen mit Demenz. Beginn, Alter, erste Symptome und der weitere Verlauf variieren. Am Anfang ist das Leben noch selbstständig möglich, die eigenen Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten sind weitgehend vorhanden. In späteren Stadien wird dann immer mehr Unterstützung nötig.“

Demenz hat viele Formen, insgesamt mehr als 50. Alzheimer ist die häufigste und macht etwa drei Viertel der Erkrankungen aus. Frontaltemporäre und muskuläre Demenz sind weitere weit verbreitete Krankheitsformen. Doch um die wissenschaftliche Diskussion oder medizinische Diagnostik soll es bei den Aktionstagen nicht vordergründig gehen.

Zunächst werden heute Experten am Lesertelefon der SVZ von 17 bis 19 Uhr Fragen von Betroffenen und Angehörigen beantworten. Am 21. September findet eine Lesung im Schleswig-Holstein-Haus statt. „Gute Nacht, Liebster“ heißt das Buch, aus dem die Rostocker Schauspielerin Lydia Evert um 17 Uhr lesen wird. Im Anschluss findet eine Diskussionsrunde mit Experten statt. Der Eintritt ist frei. Stefan Kleinstück und Georg Stallnig aus Köln laden am 22. September zu Bewegung an frischer Luft mit Musik ein. Am Südufer des Pfaffenteichs heißt es von 13 bis 13.40 Uhr: „Wir tanzen wieder“! Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildet am 24. September um 10 Uhr der Gottesdienst für Menschen mit Demenz, Angehörige, Freunde und Gemeindemitglieder in der Paulskirche.


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