Kitastress in Demen : Demen kämpft für Fördermillion

Die komplette obere Etage der Kita ist ungenutzt.
Die komplette obere Etage der Kita ist ungenutzt.

Zustand der Kita im Ziolkowskiring ist schlecht – Gemeinde will den Nachwuchs in den Ortskern holen, braucht aber Geld vom Land

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23. Dezember 2016, 12:00 Uhr

Ein Sorgenkind nehmen die Demener auch ganz sicher mit in das neue Jahr: ihre Kita. 28 Kinder werden im Ziolkowskiring vom Team des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) betreut. Gedanken macht sich die Bürgermeisterin allerdings um den Fortbestand des Hauses: „Die elektrische Anlage ist so veraltet, dass sie nicht mehr abgenommen wird; die Sanitäranlagen sind in einem ähnlichen Zustand – die Abflüsse sind regelmäßig verstopft; der Spielplatz ist marode und die Räume reichen nicht aus“, zieht Heidrun Sprenger eine recht düstere Bilanz für das Kitagebäude im Ziolkowskiring. Seit einem halben Jahr warte die Kommune auf eine Umnutzungsgenehmigung für weitere Räume. Der Keller wurde jüngst gesperrt, ein Fluchtausgang fehlt. Die obere Etage des Hauses kann nicht genutzt werden. Für die Sanierung der Räume, die vom Arbeiter-Samariter-Bund als Träger der Einrichtung gemietet wurden, haben die Eltern jüngst mit angepackt. „Was geht, machen die Eltern hier in Eigenleistung, das ist wirklich toll. Als Gemeinde versuchen wir auch zu unterstützen, aber es muss auch Sinn machen“, erklärt Sprenger und verweist auf Konzepte für einen Umzug der Kita in den Ortskern. Jüngst hat die Kommune 5000 Euro für dringende Maßnahmen an der Kita eingeplant. „Es ist unverantwortlich, noch mehr Geld in dieses Haus zu stecken“, sagt sie.

Ein Plan ist es, ein Mehrgenerationenhaus im Ortskern entstehen zu lassen, in dem auch Platz für die Kita-Kinder ist – direkt neben dem Dorfladen. „Eine Sanierung würde die Gemeinde 1,2 Millionen Euro kosten, ein Neubau etwa 1 Million Euro“, so die Bürgermeisterin. Die Finanzierung sei gesichert. Was fehlt? Fördermittel.

Für den Bau des Mehrgenerationenhauses wartet sie auf grünes Licht vom Land. Im Zuge des Flurneuordnungsverfahrens wäre eine 75-prozentige Förderung der Maßnahme möglich. Landwirtschaftsminister Till Backhaus unterstütze solche Vorhaben. „Investitionen in Kitas sind ein Instrument gegen das Wegziehen von jungen Erwachsenen vom Land“, erklärt seine Sprecherin Eva Klaußner-Ziebarth. Sie betonte aber auch, dass nur gefördert werden dürfe, wenn der örtlich zuständige Träger der Jugendhilfeplanung – der Landkreis – den Bedarf der Investition bestätigt. Und das sei für Demen eben nicht der Fall. Der Landkreis Ludwigslust-Parchim verweist auf eine zu schlechte demografische Entwicklung der Gemeinde. „Es ist nicht zu erkennen, dass der Bedarf an Kita-Plätzen wächst“, erklärt Kreissprecher Andreas Bonin. Die Bürgermeisterin sieht das anders: „Wir haben momentan 28 Kinder, mehrere Schwangere und auch junge Asylbewerber-Familien, die wir integrieren wollen.“ Sie könne nicht sagen, wie viele es in 15 Jahren sind. „Wenn ich aber keine Kinderbetreuung anbiete, mache ich Demen nicht für Familien attraktiv“, schiebt sie hinterher. Baustart könnte im Frühjahr 2017 sein. „Worauf wollen wir denn warten – bis die Kita geschlossen werden muss?“
Der ASB als Träger würde bei einem Umzug mitgehen, wollte sich aber nicht weiter äußern.

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