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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. November 2017 | 18:37 Uhr

Spende : Demen bereit für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner Rentner Volkbert Keßler unterstützt Gemeinde mit Möbeln, Hausrat und Geldspende

svz.de von
erstellt am 07.Dez.2015 | 18:02 Uhr

Dass es so schwer ist, Flüchtlingen zu helfen, damit hatte Volkbert Keßler nicht gerechnet. „Nachdem ich in Schwerin überall abgewiesen wurde, habe ich in Demen nicht nur offene Türen, sondern auch tatkräftige Hilfe gefunden“, erzählt der 72-Jährige. Denn der stellvertretende Bürgermeister Heiner Fuhlendorf und Gemeindearbeiter Peter Zapf packen an, um Möbel, Haushaltsgeräte, Geschirr und auch Bettwäsche aus der bisherigen Wohnung des Rentnerehepaars Margitta und Volkbert Keßler zu holen und nach Demen zu bringen. „Das bekommen die Flüchtlinge, die in den nächsten Tagen bei uns erwartet werden“, erzählt Fuhlendorf. Bürgermeisterin Heidrun Sprenger ergänzt: „Damit können wir die Fahrradwerkstatt und die Gemeinschaftsräume möblieren.“ Was direkt für Haushalte bestimmt ist, werde je nach Bedarf weitergegeben.

Volkbert Keßler freut sich über die pragmatische Herangehensweise der Demener. Und die Idee zum Aufbau einer Fahrradwerkstatt findet der Schweriner sehr gut. Deshalb bringt er noch ein für sein Enkel zu klein gewordenes Fahrrad und 1000 Euro für den Aufbau der Werkstatt zusätzlich nach Demen. „Solche Projekte sind nötig“, betont Keßler. Denn nur allein mit der sicheren Unterbringung der Menschen ist es nicht getan. Davon ist Keßler überzeugt, davon hat er sich auch erst vor Kurzem im Libanon überzeugen können: „Ich habe dort eine Spende in eine Schule gebracht“, erzählt der einstige Staatsanwalt. Doch auch in Deutschland benötigen die Flüchtlinge Hilfe. „Die meisten Stellen nehmen aber nur Kleidung an“, erzählt Keßler. „Dabei benötigen die Menschen doch viel mehr.“ Da das Rentnerehepaar gerade in eine kleinere Wohnung zieht, waren bei Keßlers Möbel und Hausrat übrig, die noch lange kein Sperrmüll sind. Doch in Schwerin wollte keiner diese Dinge annehmen. Durch den SVZ-Beitrag über die bevorstehende Unterbringung von Flüchtlingen im Ziolkowskiring wurde der Schweriner auf Demen aufmerksam, er fragte bei der Gemeinde nach. Die prompte Hilfsaktion war die Folge.

„Das können aber auch wir nicht immer machen“, schränkt Bürgermeisterin Heidrun Sprenger ein. Jetzt besteht gerade Bedarf, auch die Gemeinschaftseinrichtungen auszustatten. Die Wohnungen selbst werden im Auftrag des Kreises einheitlich möbliert. Das ist in den zurückliegenden Tagen geschehen, so dass die Mietwohnungen in einem Block am Ziolkowskiring für die Aufnahme von Flüchtlingen vorbereitet sind. „Wann die ersten kommen, wissen wir noch nicht“, sagt Heidrun Sprenger. Die Gemeinde soll aber 48 Stunden vor der ersten Ankunft informiert werden.

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