Kleine Lebensretter in Schwerin : Defibrillatoren: Datenbank geplant

Hilfe im Taschenformat: Mitarbeiterin Ingrid Schlee zeigt den Defibrillator, der bei der Kundeninformation des Schlosspark-Centers zu finden ist.
Hilfe im Taschenformat: Mitarbeiterin Ingrid Schlee zeigt den Defibrillator, der bei der Kundeninformation des Schlosspark-Centers zu finden ist.

Stadt will im Internet einen Überblick über Standorte von Geräten geben, die im Notfall lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen beheben

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14. März 2016, 21:00 Uhr

Im Theater gibt es so ein Gerät, im Schlosspark-Center, in der Marienplatzgalerie, im Stadthaus, an anderen Orten, in der Kongresshalle sogar zwei. Ein überlebenswichtiges Gerät. Durch gezielte Stromstöße kann ein Defibrillator in einem Notfall lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen beheben. Dabei kommt es auf jede Minute an. Die Stadt arbeitet derzeit an einer Datenbank, in die die Standorte von Defibrillatoren eingetragen werden können – damit sie bei Bedarf schnell im Internet abrufbar sind.

Grundsätzlich könne sich jeder Bürger einen so genannten Automatischen Externen Defibrillator, kurz AED, kaufen und bei sich aufstellen, sagt Dr. Stephan Jakobi, Leiter des Fachdienstes Feuerwehr und Rettungsdienst. Die Geräte seien von Laien ohne vorherige Einweisung zu bedienen. „Es gibt weder eine Beschränkung noch eine Anzeige- oder Genehmigungspflicht. Aus diesem Grund hat die Stadt bisher auch keine vollständige Liste“, so Jakobi. Die geplante Datenbank im Internet, eine Anregung aus der Stadtvertretung, solle nun eine Art Überblick über die Defibrillatoren in der Stadt geben. „Mit Hilfe eines Smartphones kann ein nahe gelegenes Gerät dann sofort geortet werden“, schildert der Fachdienstleiter.

Dass ein Defibrillator dabei helfen kann, Leben zu retten, steht für den Ärztlichen Leiter der Zentralen Notaufnahme an den Schweriner Helios-Kliniken, Dr. Frank Liebenow, außer Frage. Eingesetzt werde ein Defibrillator, wenn bei einem Kreislauf-Stillstand ein Kammerflimmern vorliege, erläutert er. In so einem Fall würden die Herzmuskelzellen zittern, seien zu keiner koordinierten Aktion mehr fähig, das Herz könne nicht mehr pumpen. Durch den Stromstoß aus dem Defibrillator werde die normale Aktivität des Herzens wieder hergestellt, so Liebenow. Parallel müsse freilich auch für eine Herz-Druck-Massage und eine Beatmung gesorgt werden. Je schneller der Defibrillator zum Einsatz komme, desto größer seien die Überlebenschancen, betont der erfahrene Notfall-Mediziner.

Wie ein kleiner Rucksack sieht der Defibrillator aus, der sich bei der Kundeninformation im Erdgeschoss des Schlosspark-Centers befindet. „Das Gerät hat eine Lautsprecherfunktion, dem Helfer wird genau angesagt, was er zu tun hat“, erklärt der Technische Leiter des Centers, Wolfgang Werner. Und in einem Fall sei der Defibrillator auch schon erfolgreich eingesetzt worden: „Wir konnten einer Dame helfen“, die gesundheitliche Probleme hatte. Auch der Defibrillator im Theater, angeschafft von den Theaterfreunden, hat schon gute Dienste geleistet, wie Sprecherin Franziska Pergande bestätigt.

Im Foyer und im Wandelgang sind die beiden Defibrillatoren in der Kongresshalle angebracht. „Bei größeren Veranstaltungen gibt es zwar immer auch einen Sanitätsdienst vor Ort“, sagt Hallen-Chefin Petra Blunk. Mit den Defibrillatoren werde aber eine zusätzliche Sicherheit für die Besucher geschaffen.

Die geplante Datenbank der Stadt soll noch in diesem Jahr online gehen. Besitzer von Defibrillatoren können die Standorte der Geräte dann selbst eintragen.

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