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Schulstandorte in MV : Debatte um Schulen beginnt erneut

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bildungsausschuss von Nordwestmecklenburg will Wahlfreiheit der Seehofer kippen / Kreistag stimmt im April über Gesamtpaket ab

von
erstellt am 02.Feb.2015 | 08:00 Uhr

Die meisten Kinder aus Seehof und Hundorf gehen in Lübstorf zu Schule. Doch wenn es den Eltern lieber ist, könne sie ihren Nachwuchs auch in einer Schweriner Bildungseinrichtung anmelden. Und das gilt nicht nur für Spezialklassen oder Privatschulen: Die Einwohner der Gemeinde Seehof müssen bei der Wahl der Schule nicht auf die Kreisgrenze achten. Dieses Privileg stammt aus Zeiten der Eingemeindungsdebatte und wurde vom Landkreis Nordwestmecklenburg erteilt. Jetzt will der Bildungsausschuss des Kreistages daran rütteln. Dort begann die Debatte um die „Schulenwicklungsplanung 2015 bis 2020“. Für Simone Oldenburg, Bildungsexpertin der Linkspartei auch im Landtag, kann es dabei nur ein Ziel geben: „Lasst uns alle Schulen erhalten.“ Deshalb soll es nur wenige strukturelle Einschnitte geben. Doch ausgerechnet Seehof ist betroffen: Die freie Schulwahl zwischen Lübstorf und Schwerin soll ein Auslaufmodell sein, empfiehlt der Ausschuss.

Seehofs Bürgermeisterin Christiane Schwonbeck ist von diesem Vorstoß völlig überrascht. „Wir wurden davon bislang noch nicht mal informiert.“ Sie hält die Idee zudem für überflüssig und nicht durchsetzbar. „Das einmal gegebene Versprechen muss eingehalten werden.“ Dass die meisten Eltern sich ohnehin für Lübstorf entscheiden, spreche doch für sich. Und die Gemeinde Seehof leiste auch einen Beitrag, dass dort in den zurückliegenden Jahren sehr gute Bedingungen geschaffen wurden: Sanierung der Regionalschule und Grundschulanbau sind da nur die beiden wichtigsten Projekte. Schwonbeck selbst ist Vorsitzend des Lübstorfer Schulausschusses. Sie sieht auch den Schulstandort Lübstorf nicht in Gefahr, wenn es bei der Wahlmöglichkeit der Seehofer bleibt.

Doch durch einen anderen Vorstoß könnte die Lübstorfer Schule ab Klasse 5 in Zukunft aber Schüler verlieren: Die Gemeinden Brüsewitz und Cramonshagen möchten erreichen, dass ihre Kommunen dem Schulbereich von Lützow zugeordnet werden. „Nach dem Besuch der Brüsewitzer Grundschule wechseln die meisten Kinder aus diesen beiden Gemeinden nach Lützow“, berichtet der Brüsewitzer Bürgermeister Manfred Dutz. Er ist sich mit seinem Cramonshagener Amtskollegen Reinhard Eggemann einig, dass die auf dem Papier stehende Struktur der Realität angepasst werden müsse. Das wäre zudem für die Elternhäuser von Vorteil: Denn die Schülerbeförderung wird nur zur zuständigen Schule erstattet – und das ist derzeit für Brüsewitz und Cramonshagen ab Klasse 5 eben Lübstorf. Der Vorstoß der beiden Gemeinden fand allerdings im Lübstorfer Schulausschuss keine Mehrheit. Der Kreistagsausschuss sprach sich ebenfalls für die Beibehaltung der alten Einteilung aus.

Gleiches gilt für die Schule Mühlen Eichsen. Dort gibt es einen erneuten Anlauf der Gemeinde Upahl, die ihre Kinder nach Grevesmühlen zur Schule schicken möchte. Doch so könnte Mühlen Eichsen zum Problemfall werden. Die 21 notwendigen Kinder für eine fünfte Klasse sind nur schwer zu erreichen, befürchten die Kreispolitiker. Zu diesem Schulbereich gehört Dalberg-Wendelstorf. Da gilt weiterhin das Votum, Mühlen Eichsen die Treue zu halten. Im Februar soll über die Schulentwicklungsplanung erstmals im Kreistag beraten werden. Unmittelbar danach sollen die betroffene Kommunen gehört werden. Eine Entscheidung im Kreistag ist für April vorgesehen.

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