Straßenlampen in Schwerin : Dauerlicht im Schlafzimmer

In der Voßstraße wurden neue Straßenlampen installiert, die nun nachts nicht mehr abgeschaltet werden.
In der Voßstraße wurden neue Straßenlampen installiert, die nun nachts nicht mehr abgeschaltet werden.

Nach der Umstellung der Straßenlampen auf LED-Technik ist es einigen Anwohnern zu hell in ihren Wohnungen

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01. November 2017, 05:00 Uhr

Vor einigen Jahren wurde in der Stadt intensiv über die Straßenbeleuchtung diskutiert. Schwerin musste sparen, also sollten in einigen Straßen die Lampen in der Nacht abgeschaltet werden. Nach langem Streit einigten sich die Stadtvertreter: In bestimmten Straßen blieben die Lampen zwischen 23 und 4 Uhr dunkel. Für die Sicherheit brannte nur jede dritte Leuchte. Das ist inzwischen wieder ganz anders. In etlichen Straßen wurde auf LED-Technik umgestellt.

Gabriele Starck, Mitglied im Ortsbeirat Schelfstadt, Werdervorstadt, Schelfwerder, beklagt: „Bei uns haben viele ihr Schlafzimmer nach vorne raus. Da leuchten die Straßenlampen extrem hinein.“ Und zwar die ganze Nacht. Ganz abgeschaltet werden die LED-Lampen nicht, höchsten etwas heruntergeregelt.

Thomas Hartmann, Chef des Ortsbeirates Altstadt, Feldstadt, Paulsstadt, Lewenberg, geht noch einen Schritt weiter. „Warum müssen das Schloss und andere öffentliche Gebäude tief in der Nacht angestrahlt werden? Das ist Lichtverschmutzung.“

Rainer Janitz, beim städtischen Verkehrsmanagement für die Straßenbeleuchtung zuständig, erklärt: „Eine alte Straßenlampe verbrauchte 150 Watt, eine LED-Lampe nur 30. In Straßen, in denen die Einsparungen besonders hoch sind, bleibt die Beleuchtung die ganze Nacht an.“ Sollte sich jemand durch die helle Beleuchtung seiner Wohnung gestört fühlen, könne er sich an das Verkehrsmanagement wenden. „Wir können gegebenenfalls Abschirmungen an den Lampen anbringen.“

Stört in einigen Straßen das helle LED-Licht, so kritisieren Anwohner andererseits unbeleuchtete Bereiche. „Auf dem Platz der OdF ist es stockdunkel“, sagt Hartmann. Weil dort auch gern die Trinker sitzen, traut man sich nicht, dort lang zu gehen.“ Ein ähnliches Problem beklagt Claudia El Aaraik. „Der Weg unterhalb der Brauerei ist in einem Bereich gar nicht beleuchtet. Da laufen die Leute mit Taschenlampen.“ Der Hinweis des Verkehrsmanagement, es solle der Schall-und-Schwencke-Weg genutzt werden, laufe ins Leere. „Der ist gar nicht durchgängig begehbar.“ Auch der Werderpark sei unbeleuchtet, kritisiert El Aaraik. „Da gehen viele Schüler lang. Im Winter, wenn es morgens noch dunkel ist, ist das gefährlich.“

Oberbürgermeister Rico Badenschier nimmt die Klagen über die Dunkelstellen in der Stadt auf. „Da müssen wir eine Lösung finden.“ Einen Zeitplan will er aber nicht sofort aufstellen.

Wegen zu heller Straßenbeleuchtung bietet Rainer Janitz Hilfe an. „Allerdings sind wir im Fachbereich nur zwei Mitarbeiter. Da können wir nicht alles sofort abarbeiten.“

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