Zurück von der Buchmesse : Das zweite Leben des Igels Stoppel

Am Newcomer-Stand der Leipziger Buchmesse hat Ole Winkler aus Hundorf sein Kinderbuch vorgestellt.
Am Newcomer-Stand der Leipziger Buchmesse hat Ole Winkler aus Hundorf sein Kinderbuch vorgestellt.

Erst Schublade, jetzt Buchmesse: Ole Winkler hat seine Lesegeschichte neu entdeckt

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19. März 2015, 12:00 Uhr

Interessant, schön, anstrengend, spannend und voll – das alles fällt Ole Winkler ein, wenn er das Stichwort Leipziger Buchmesse hört. Ole Winkler hat sie gerade erlebt. Nicht als einer der rund 186  000 Besucher, sondern als einer von 2200 Ausstellern.

Halle 5, Stand B  500. Eingerahmt von einem Softwarehersteller für Schriftsteller, einem Verlag für religiöse Bücher und einer kleinen Vorlesebühne haben die Newcomer, die Neulinge in der Welt der Bücher ihren Platz bekommen. Ein Gemeinschaftsstand. „30 Autoren werden es wohl gewesen sein“, rechnet Ole Winkler nach. Von 10 bis 18 Uhr, vier Tage lang, machten sie auf ihre Erstlingswerke aufmerksam. Nicht alle gleichzeitig, dafür war nicht genug Platz da. Sie haben sich abgewechselt, um ihre Bücher zu bewerben.

„Der kleine Stoppel und seine Abenteuer – Das Rätsel“ – ihn will Ole Winkler bekannt machen. Dabei waren Stoppel und seine kleinen tierischen Freunde doch schon längst in einer Schublade verschwunden. Vor 15 Jahren, da waren sie die Lieblinge von Winklers Kindern Eva-Marie und Johannes-Paul kurz vor dem Einschlafen. Ole Winkler hatte die Geschichte von Stoppel damals erfunden, aufgeschrieben, sie selber bebildert, dazu Lieder einstudiert. „Ich habe mir einen Igel ausgesucht, weil er so klein ist und schutzbedürftig wirkt“, erinnert sich Winkler. Und Stoppel kämpfte mit dem Müll, den die Menschen produziert haben. „So habe ich die Kinder auch spielerisch an das Thema Umweltschutz herangeführt“, sagt Ole Winkler.

Eigentlich heißt Ole Winkler gebürtig Olaf Schmitt. Ole ist sein Künstlername, Winkler ist der Name seiner Frau, den er angenommen hat. 1968 in Ilmenau geboren und im Thüringer Wald mit seinen sechs Geschwistern in einer musikalischen Familie aufgewachsen, war die Musik immer schon ein Thema. Eine Gitarre bekam er, als er zwölf war. „Und ich hatte die einzige Gitarrenlernschallplatte der DDR, mit deren Hilfe ich mir das Gitarrenspiel selbst beigebracht habe“, sagt Ole Winkler. Sport war seine zweite große Leidenschaft, doch eine vielversprechende Ringer-Karriere endete mit einem lädierten Nackenwirbel. Also machte er sein Abitur und bei der Armee eine Ausbildung zum Richtfunkobermechaniker. Danach hat er auf Lehramt Sport und Biologie studiert. Später machte er noch sein Diplom als Ernährungswissenschaftler, und als seine Frau eine Anstellung als Ärztin in Schwerin bekam, ging es 1998 nach Mecklenburg-Vorpommern. Gesangsausbildung am Konservatorium, dazu noch ein Referendariat zum Berufsschulpädagogen – Ole Winkler mag Veränderungen. Und deshalb hatte er nach fünf Jahren als Schulleiter der Altenpflegeschule Schwerin wieder als Ernährungsberater, Dozent und Trainer angefangen, seinen Wohnsitz nach Hundorf verlagert – und Stoppel wiederentdeckt.

„Eine verrückte Geschichte, aber in den letzten Monaten habe ich einen eigenen Verlag gegründet und ein Kinderbuch nebst Kinderlieder-CD auf den Markt gebracht und war auf der Leipziger Buchmesse“, sagt er. Der kommerzielle Aspekt, betont Winkler, stehe für ihn aber nicht im Vordergrund. Sicherlich wolle er die fünfstellige Summe, die er in dieses Projekt gesteckt habe, gerne wieder herausholen, „aber in erster Linie freue ich mich, wenn die Kinder Spaß an Stoppel und seinen Geschichten haben“. Und Stoppel geht auf Reisen, will Kinder zwischen drei und acht Jahren in Kitas und Grundschulen besuchen. „An einem Hörspiel arbeite ich gerade, ein Musical ist angedacht“, erzählt Winkler. Und Stoppels nächstes Abenteuer hat in Winklers Dänemark-Urlaub schon angefangen. „Ich arbeite daran“, sagt er. Klimawandel ist das Thema und vielleicht nimmt Ole Winkler es ja mit, wenn er im kommenden Jahr wieder in Leipzig Bücher ausstellen will.

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