Schwerin : Das Theater ist ihre große Liebe

Hinter der Bühne des Mecklenburgischen Staatstheaters sorgt Hannelies Höchel für einen reibungslosen Ablauf, wenn sie die Tages- und Probenpläne erstellt.
Hinter der Bühne des Mecklenburgischen Staatstheaters sorgt Hannelies Höchel für einen reibungslosen Ablauf, wenn sie die Tages- und Probenpläne erstellt.

Hannelies Höchel hat im Mecklenburgischen Staatstheater nicht nur ihren Mann, sondern auch ihre berufliche Erfüllung gefunden

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20. März 2019, 12:00 Uhr

Das Theater, das ist ihr Leben. Sie sorgt für einen reibungslosen Ablauf hinter der Bühne, unterstützt die Schauspiel- und Tänzerkollegen bei Proben und Auftritten aus dem Zuschauerrang heraus, wählt Statisten aus, organisiert Proben- und Tagespläne. Hannelies Höchel ist die gute Seele des Mecklenburgischen Staatstheaters.

Seit 1991 leitet die Schwerinerin die Statisterie, ist außerdem seit 2005 Mitarbeiterin im Künstlerischen Betriebsbüro, dem Herz des Theaters, wie sie selbst sagt. „Wir machen jeden Abend das Licht aus.“ Proben- und Arbeitspläne, Krankmeldungen, Freistellungsaufträge, Vorstellungsberichte, Casting, Koordination und Einsätze der Statisten – all das gehört zu ihrem Aufgabenfeld. „Ich verbringe viel Zeit am Computer, die Bürokratie nimmt zu“, erzählt Hannelies Höchel. Doch bei der ersten Komplettprobe, der Generalprobe, der Premiere und der letzten Vorstellung ihrer Statisten versucht sie, im Publikum zu sitzen. „Ich möchte ihnen zeigen, dass ich bei ihnen bin.“

Dieser Teamgedanke, der Einsatz für die Kollegen ist ihr wichtig. „Ich gucke mir jedes Stück mindestens ein Mal an.“ Außerdem engagiert sie sich aktiv in der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger. „Viele Mitarbeiter kenne ich lange und intensiv. Das Theater ist meine Familie, mein zweites Zuhause.“

Ihre Liebe zum Theater hat die studierte Englisch- und Deutschlehrerin schon früh entdeckt. „Wir sind bereits von der Schule aus ins Theater gefahren, doch daran habe ich nicht nur gute Erinnerungen“, erzählt sie. „Als ich 13 Jahre alt war, haben wir die ,Meistersinger von Nürnberg’ von Richard Wagner gesehen. Danach tat mir der Hintern weh.“ Als Lehrerin habe sie versucht, ihre Schüler für die Bühnenwelt zu begeistern. Zudem ist sie der Singakademie beigetreten. „Gesundheitliche Probleme haben mich dann auch beruflich ans Theater verschlagen“, sagt die zweifache Mutter und bald vierfache Großmutter, die bereits gemeinsam mit ihren Kindern auf der Bühne stand.

Und das war ihr großes Glück. Denn 2002 bewarb sich ein junger Mann als Statist für die Schlossfestspiele. Er wurde nicht nur Henkers Knecht in Puccinis Oper „Turandot“, sondern auch der Ehemann von Hannelies Höchel. Eine Liebesgeschichte wie im Theater. „Nach einer letzten Vorstellung einer Saison haben wir geheiratet, er ist mein größter Glücksfall“, sagt sie.

Nach dieser Spielzeit ist dennoch vorerst Schluss für die gute Seele des Mecklenburgischen Staatstheaters, sie geht in Rente. „Ich werde das Leben hier sehr vermissen, vielleicht darf ich ja noch ab und zu in meinem zweiten Zuhause aushelfen.“

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