Pflege : Das Schnurren tut gut

Die Roboter-Katze wird heute im Schweriner Augustenstift ausprobiert.
Die Roboter-Katze wird heute im Schweriner Augustenstift ausprobiert.

Roboter-Katze hilft Demenzpatienten, Angehörigen und Pflegern, miteinander in Kontakt zu kommen

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05. November 2015, 12:00 Uhr

Sie schnurrt nicht genau wie eine Katze, sie miaut nicht wie die echte und sie sieht auch schon gar nicht so aus wie eine Stubentiger aus dem wahren Leben. „Aber sie ist eine prima Sache“, erklärt Carolin Fahlenbock, zuständig für das Betreute Wohnen beim Schweriner Augustenstift. Sie hat sich gestern die „JustoCat“ angeschaut und vor allem auch von Tobias Bachhausen erklären lassen. Der Geschäftsführer gemeinnützigen GmbH „Beziehungen pflegen“ hat die Roboter-Katze gestern Abend im Schleswig-Holstein-Haus vorgestellt. „Diese Katze ist ein probates Mittel, um mit Menschen mit Demenz in Kontakt zu treten“, erläutert der Fachmann. Denn Bachhausen kennt sich nicht nur technisch bestens mit dem tierischen Roboter aus, sondern ist auch oft mit den kuschligen Helfern, wie er sie nennt, in Senioreneinrichtungen. „Ich mache so genannte Besuchsdienste. Kenne also viele Reaktionen der Demenzerkrankten, wenn sie so eine Katze zum ersten Mal sehen“, sagt er und erzählt von vielen, oft sehr amüsanten Begegnungen. Doch fühlen sich die Menschen mit Demenz nicht veralbert von so einem schnurrendem Spielzeug? Nein, sagt Bachhausen. Oft erkennen sie auf den ersten Blick, dass das Tier nicht lebendig ist. „Doch das stört sie nicht. Sie freuen sich trotzdem, finden das Schnurren beruhigend“, erläutert er. Und manchmal würden die Grenzen auch verschwimmen. Böse sei aber noch niemand geworden, versichert er.

Das in Schweden entwickelte Katzen-Exemplar wird in den kommenden zwei Wochen auch in Schwerin getestet – im Augustenstift. „Wir hoffen, dass es auch hier funktioniert. Denn oft fällt es schwer, Menschen mit fortgeschrittener Demenz zu erreichen und mit ihnen zu kommunizieren“, sagt Caroline Reske vom Schweriner Zentrum Demenz, die zur gestrigen Veranstaltung eingeladen hatte. Die examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin war sichtlich fasziniert von der schwedischen Katze. „Ich muss schon sagen, es ist ungewöhnlich, aber wenn es funktioniert, dann ist es eine Entlastung für alle“, ergänzt Caroline Reske.

Auch Tobias Bachhausen betont, dass die Katze eben nicht nur für den Demenzpatienten gut sei, sondern auch für Pfleger und Angehörige einen neuen Zugang bringen könne. „Menschen, die sonst verschlossen waren, haben sich wieder geöffnet. Sind aktiver geworden“, berichtet er und führte auch einige Studien ins Feld, die dies belegten.

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