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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 04:47 Uhr

Legales Graffiti in Schwerin : Das Schloss an der Wand

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Profi-Sprayer Daniel Wrede aus Grevesmühlen sprühte einen echten Hingucker auf die Fassade der Bleicherstraße 13

von
erstellt am 19.Mai.2015 | 21:00 Uhr

Die Bleicherstraße ist um eine Attraktion reicher: Auf der Fassade vom Haus mit der Nummer 13 prangt seit wenigen Tagen das Schweriner Schloss. Gesprüht ist es in leuchtenden Farben als riesiges Graffiti. Daniel Wrede ist der Schöpfer des Fassaden-Kunstwerkes, Harry Schrank sein Auftraggeber. Letzterem gehört das Haus in der Feldstadt. Als jetzt ein neuer, blauer Anstrich fällig wurde, wagten seine Frau und er den bislang noch ungewöhnlichen Schritt und engagierten einen professionellen Sprayer, um das Gebäude zu verschönern. „Ich mag bunte Fassaden, wie sie beispielsweise an den Hochhäusern am Berliner Platz zu sehen sind“, sagt Harry Schrank. Er machte sich im Internet auf die Suche – und stieß auf Daniel Wrede aus Grevesmühlen. „Auf der Homepage hatte er seine Arbeiten abgebildet, die fand ich toll. Und er hat mich nicht enttäuscht“, sagt Harry Schrank, während er auf das fast fertige Kunstwerk unter dem Gerüst an der Wand schaut. „Der junge Mann versteht sein Handwerk.“ Auch das Material, das er verarbeitet, ist hochwertig: Die wetterbeständigen Profi-Farben auf Acrylbasis leuchten laut Herstellergarantie noch viele Jahre, sagt Daniel Wrede.

Dass auf der Straße in den vergangenen Tagen viele Passanten staunend stehen blieben, davon hat der 30-jährige Mann oben bei der Arbeit nicht allzu viel mitgekriegt. Mit Hör- und Mundschutz war er konzentriert bei der Arbeit, musste aus 200 möglichen Spray-Farben jeweils die richtige aussuchen. Das Schweriner Schloss in der Bleicherstraße 13 ist sein bisher größtes Projekt. 100 Quadratmeter perfekt zu füllen, war für ihn eine echte Herausforderung. Aber schon nach zwei Tagen Arbeit war klar, dass es funktioniert. „Ich bin doch sehr zufrieden“, sagt Daniel Wrede lächelnd.

Seit mittlerweile sieben Jahren ist als selbstständiger Fassadengestalter mit dem Firmennamen „Morpho-Graffiti“ unterwegs. Gelernt hat der gebürtige Wismaraner allerdings den Beruf des Zahntechnikers. Doch irgendwann wurde die Lust zum Sprayen übermächtig. „Ich war nur kurz in der illegalen Szene, die brachte mich aber nicht weiter“, sagt Daniel Wrede, der einige Zeit in Berlin als Profi-Sprüher angestellt war, bei einer Firma, die deutschlandweit für große Auftraggeber arbeitete. Doch die Sehnsucht nach der Heimat trieb ihn nach wenigen Jahren zurück in den Norden, genauer gesagt nach Grevesmühlen, wo der Ein-Mann-Betrieb heute seinen Sitz hat. Inzwischen kann Daniel Wrede von seiner Arbeit gut leben, wird auch für Malerfirmen engagiert. Eine Unwägbarkeit gibt es allerdings: Bei Regen halten die Farben nicht perfekt, bei Frost frieren dem Sprayer die Finger zu stark. In der kalten Jahreszeit ist Morpho-Graffiti in Innenräumen aktiv.

 

 

 

 

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