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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. November 2017 | 10:39 Uhr

Sturmschäden : Das große Aufarbeiten geht weiter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In den Wäldern bei Jamel und Friedrichsmoor brummen die Motorsägen – Förster lassen Windbruch bergen und planen Aufforstung

von
erstellt am 10.Nov.2017 | 16:00 Uhr

Einen Flugzeugabsturz hat der Revierleiter von Friedrichsmoor zwar noch nie gesehen, aber die Verwüstung stellt er sich so vor, sagt Gerd Weiberg und zeigt auf einen sehr lichten Kiefernbestand. Die meisten der 38 Jahre alten Bäume liegen wie abgeknickte Streichhölzer kreuz und quer im Revier. Auf der knapp zwei Hektar großen Fläche hat der jüngste Sturm Herwart ganze Arbeit geleistet: „Wir haben noch 0,3 Hektar übrig, der Rest ist gefallen“, sagt Gerd Weiberg. Es sei schon traurig, denn allein die Kiefern in diesem Bestand bei Jamel hätten noch gut 100 Jahre dort stehen und wachsen können, meint er. Vorwürfen, dass es in den hiesigen Wäldern zu viele Monokulturen gibt und die Kiefer nicht für diese Gegend geeignet, entgegnet Gerd Weiberg mit Fakten: „Wir haben Würfe über alle Baumarten verteilt und auch in allen Altersklassen. Es gibt keine Art, die besonders betroffen ist“, betont er.

Ob der Sturm nun ein besonderes Phänomen dieser Zeit sei, vermag Gerd Weiberg nicht zu sagen: „Ich bin kein Wetterexperte, Stürme hat es immer wieder mal gegeben. Wenn es in den nächsten Jahren so weiter geht, dann lässt sich das vielleicht beurteilen“, sagt der Jameler.

Er und seine Forstamts-Kollegen stehen nun vor ganz anderen Herausforderungen: „Wir hatten nicht nur reichlich Wind und Sturm, sondern auch sehr viel Regen“, sagt der Revierförster und zeigt auf einen sehr zerfahrenen Waldweg. Die Bergung gestaltet sich zum Teil sehr schwierig.

Mitarbeiter des Lenschower Forstunternehmens M. Schröder sind bei Friedrichsmoor mit der Motorsäge im Einsatz. Dicke Rotbuchen liegen am Boden, die Bäume kommen jetzt in die Verarbeitung. „Das Holz ist zum größten Teil noch nutzbar, die Ausbeute lediglich geringer“, sagt Gerd Weiberg. Es lasse sich zudem schlechter aufarbeiten und sei teilweise unbrauchbar. „Beim normalen Holzeinschlag nutzen wir den Baum komplett. Jetzt haben wir zersplitterte Teile und kurze Bruchstücken, die nutzen wir, so gut es geht“, erklärt der Förster.

Dass in diesem Jahr nun aber mehr Holz geschlagen wird, verneint Gerd Weiberg. „Wir planen einfach um und beliefern unsere Partner auch mit dem Holz, das durch den Windbruch zur Verfügung steht.“ So werden beispielsweise die Eichen, die Sturm Herwart umgefegt hat, in Schleswig-Holstein zu Landhausdielen verarbeitet.

Ist das Holz aus dem Wald, kommt neues rein. „Ab 0,3 Hektar sind wir verpflichtet, in den kommenden drei Jahren die Flächen aufzuforsten“, sagt der Revierförster. Welche Bäume dann in der einstigen Kiefern-Schonung bei Jamel wachsen, ist noch nicht klar. „Vielleicht setzen wir auf Laubbäume“, schiebt Gerd Weiberg hinterher.

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