Schüleraustausch : Das größte Abenteuer ihres Lebens

Helene aus Schwerin lebt ein Jahr in Mexiko. Fotos: privat (2)
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Helene aus Schwerin lebt ein Jahr in Mexiko. Fotos: privat (2)

Mit dem Rotary-Jugendaustausch ist Helene aus Schwerin nach Mexiko gereist und Manuel aus Mittelamerika lebt jetzt in Schwerin

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09. Dezember 2014, 23:48 Uhr

Für die 17-jährige Helene aus Schwerin ist es das größte Abenteuer ihres Lebens, ebenso geht es dem gleichaltrigen Manuel aus Mexiko. Die beiden sind Teilnehmer des Rotary-Jugendaustausches und verbringen derzeit ein Jahr im Ausland, weit weg von zu Hause auf einem anderen Kontinent: Helene in Mexiko und der Mexikaner Manuel in Schwerin.

Bevor Helene und Manuel von ihren Erlebnissen berichten, stellen Joachim Boeskens und Stephan Sollberg vom Rotary Club Schwerin den Rahmen vor: „Der Rotary-Jugendaustausch ermöglicht jedes Jahr 8000 Schülern einen Aufenthalt im Ausland, wo sie nicht nur eine neue Kultur entdecken können, sondern als Vertreter ihrer eigenen Kultur auch diese besser verstehen lernen. Die junge Leute sind dann Gast eines lokalen Rotary Clubs. Das Austauschprogramm richtet sich an junge Leute zwischen 15 und 19 Jahren, die sich an ihrer Schule und in ihrem Gemeinwesen durch besonderes Engagement hervor getan haben, flexibel und offen für Neues und bereit sind, als Botschafter für ihres eigenen Landes aufzutreten.“

Was Helene und Manuel derzeit in ihrer neuen Heimat erleben, erzählen sie gern:

„Mein Name ist Helene und ich verbringe dieses Schuljahr mit Rotary in Mexiko. Ich bin 17 Jahre alt und wohne in Schwerin gemeinsam mit meiner Familie. Ich besuche das Goethe-Gymnasium und habe dort bereits die 10. Klasse abgeschlossen. In meiner Freizeit spiele ich Theater in der Theatergruppe Taggs und gehe gerne schwimmen.

In Mexiko lebe ich im Rotary-Distrikt 4170 in einer Stadt namens Lerma. Zu den nächst größeren Städten zählen Tuluca, Metepec, aber auch die Hauptstadt Mexiko City. Dort werde ich wie jedes andere mexikanische Mädchen zur Schule gehen, aber auch Reisen machen, um das Land zu erkunden.

Von meinem Austauschjahr erhoffe ich mir vor allem viele wundervolle Erlebnisse und Erfahrungen, das Land, die Leute, die Kultur kennenzulernen und später viel erzählen zu können. Ich war vorher noch nie in Mexiko und habe auch eher geringe sprachliche Vorkenntnisse.

Ich wurde vor dem Abflug und auch jetzt noch viel nach meinen Ängsten gefragt, aber um ehrlich zu sein, habe ich nicht wirklich Angst. Klar wird die Anfangszeit aufregend und sicherlich auch schwer sein, vor allem sich verständlich zu machen und alle anderen zu verstehen. Natürlich hoffe ich, dass ich mich mit meiner Gastfamilie und meinen zukünftigen Klassenkameraden gut verstehe, aber ich weiß auch von anderen Austauschschülern, dass die Mexikaner sehr freundlich, offen und warmherzig sind.

Für mich ist es unglaublich spannend, an einen unbekannten Ort zu gehen, der sich so sehr von meiner Heimat unterscheidet und dort den Alltag und das Land zu erkunden. Eine der faszinierendsten Aspekte dieses Abenteuers ist, dass alles, was für uns selbstverständlich erscheint, dort völlig anders sein kann. Ich bin inzwischen über einen Monat in Mexiko und sehr glücklich. Schon jetzt liebe ich Land und Leute. Jeden Tag erlebe neue Sachen und wenn ich eines mit Bestimmtheit sagen kann, dann dass es die beste Entscheidung meines bisherigen Lebens war und ich unglaublich dankbar bin, dieses Abenteuer erleben zu dürfen“, schreibt Helene.

Manuel aus Mexiko lebt derzeit in Schwerin. Er schreibt: „Mein Name ist Manuel Montes Contreras. Ich bin 17 Jahre alt und komme aus Ciudad Juarez, Chihuahua, im Norden Mexikos. Ciudad Juarez ist die siebtgrößte Stadt Mexikos mit knapp einer Million Einwohner und liegt an der Grenze zu den USA. Sie ist eine Industriestadt. Mein Vater ist Tierarzt und meine Mutter ist staatliche Sozialarbeiterin. Beide stammen aus Mexiko City, wo ich auch meine ersten Lebensjahre verbrachte.

Nach meinem Austauschjahr in Schwerin komme ich zu Hause in die 12. und damit letzte Schulklasse. Mein beruflicher Wunsch ist zunächst ein Studium in den USA oder auch in Deutschland. Am meisten interessiert mich das Sportmanagement sowohl in der Theorie als auch in der Praxis. Gerne würde ich später mal einen American Football-Verein oder die Spieler betreuen.

Mein Lieblingsort zu Hause ist die Schule. Hier habe ich meine Freunde, und wir haben – natürlich neben dem Lernen – auch viel Spaß zusammen. Ich liebe das Klima am Meer und den Ozean, aber auch Mexiko City, weil dort immer was los ist und es ein riesiges kulturelles Angebot gibt. Mein Hobbys sind Musik und Unternehmungen mit meinen Freunden. Ich treibe viel Sport, vor allem American Football, und bin seit sieben Jahren auch in einem American Football-Verein. Dieser Verein ist sehr erfolgreich, mein Team ist derzeit Landesmeister.

Ich bin zum ersten Mal in Europa und damit auch zum ersten Mal in Deutschland. Es war schon immer der Traum meines Lebens, einmal in Europa zu leben. Ich war aus der Ferne immer begeistert von Land und Leuten, dem unterschiedlichen Essen und auch vom speziellen Wetter. Meine Gasteltern finde ich ganz toll, so dass es mir hier schon innerhalb der ersten drei Wochen sehr leicht fällt auch Deutsch zu lernen. Im Vorfeld meines Austauschjahres hatte ich nämlich keinen deutschen Sprachunterricht. Ich freue mich darauf, hier in Deutschland die Dinge zu entdecken, von denen mein Vater mir erzählt hat und mein Leben fern der Heimat auch zu genießen. Diese Lebenserfahrung wird nämlich dazu führen, mit völlig neuen Erfahrungen in meine Heimat zurückzukehren. Dabei ist mir sehr wichtig, immer ich selbst zu bleiben. Ich habe auch keine Angst, allein zu sein oder Heimweh zu bekommen; ich weiß, dass der Schüleraustausch wichtig ist für mich und meine Zukunft. Ich möchte viele Erfahrungen sammeln und Fähigkeiten erlernen.

Im Gegenzug möchte ich Deutschland und Schwerin Mexiko näher bringen, zum Beispiel die Lebensfreude und Herzlichkeit der Mexikaner. Dabei muss ich unbedingt das Vorurteil abbauen, dass alle Mexikaner mit einem großen Sombrero in der Sonne sitzen und nichts tun. Wir haben in Mexiko auch viele gebildete Menschen, die vieles wissen, weltoffen und sogar pünktlich sind. All das möchte ich Schwerin vorleben“, schreibt Manuel.



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