Schwerins Stadtarchiv : Das Gedächtnis der Stadt

Nachforschungen im Stadtarchiv: Lena Kainar recherchiert ihre Familiengeschichte, Archivassistent Rainer Blumenthal unterstützt sie dabei.
Foto:
Nachforschungen im Stadtarchiv: Lena Kainar recherchiert ihre Familiengeschichte, Archivassistent Rainer Blumenthal unterstützt sie dabei.

Im Schweriner Stadtarchiv finden Besucher Akten zur Geschichte, Unterlagen zu Schulen, Adressbücher, Urkunden und Zeitungen

svz.de von
30. Mai 2017, 16:00 Uhr

„Spektakuläre Kriminalfälle in Schwerin“ lautet ein Thema der Woche in der SVZ. Die Recherche über Mord und Totschlag, Raub und Erpressung führt ins Schweriner Stadtarchiv. Denn in den Räumen in der Johannes-Stelling-Straße 2 und der Willi-Bredel-Straße 18 lagern nicht nur Dokumente zur Stadtgeschichte, Urkunden, Akten und Amtsbücher. Auch Aufzeichnungen über eine mordende Müller-Familie in der ehemaligen Walkmühle in Neumühle können dort gefunden werden.

„Wir verwahren zudem Unterlagen von Schulen und Betrieben, Vereinen und Verbänden“, erzählt Archivdirektor Dr. Bernd Kasten. „Zahlreiche Zeitungen wie Kirchenzeitungen und die Schweriner Volkszeitung haben wir auch in unserem Bestand – meist auf Mikrofilm.“

Gemeinsam mit Rainer Blumenthal können sich die Besucher auf Streifzug durch die Geschichte der Stadt oder auch der eigenen Familie begeben. „Aktuell suche ich nach einem Großvater“, erzählt der Archivassistent. „Ein Portugiese schrieb mir aus Wien eine E-Mail, dass sein Opa um 1920 in Schwerin gewesen sein könnte.“ Da hilft Blumenthal gerne weiter, besonders wenn die Suche von Erfolg gekrönt ist.

Seit der Stadtgründung durch Heinrich den Löwen im Jahr 1160 existiert das städtische Archiv. „Die ersten Urkunden waren wichtige Beweismittel, mit denen Rechte, Einkünfte und Grundbesitze auch noch Jahre später gegen andere Ansprüche verteidigt werden konnten“, erklärt Kasten. In den folgenden Jahrhunderten war der Bestand allerlei Gefahren ausgesetzt wie Feuer, Schimmelpilz, Kriegen und Belagerungen. „Dennoch konnte Hans Heinrich Leopoldi, der 1949 das Stadtarchiv neu ordnete, eine große Menge an Dokumenten und Unterlagen finden“, so Kasten weiter.

Seitdem sind zahlreiche Akten dazugekommen. Zu Stapeln von 30 Zentimeter Höhe nebeneinander gelegt, würden sie eine Länge von dreieinhalb Kilometern erreichen. „In unseren Regalen lagern außerdem Karten, Baupläne, Fotos, Plakate und Broschüren“, sagt Dr. Bernd Kasten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen