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Demener kaufen wieder im Dorf ein : Das erste Jahr ist fast geschafft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Henrik Lemcke hat sich mit dem Dorfladen in Demen selbstständig gemacht: „Es ist noch Luft nach oben“

svz.de von
erstellt am 01.Jul.2017 | 05:00 Uhr

„Hast du schon Brötchen?“ Henrik Lemcke hat. Kaffee gibt es auch, morgens so gegen halb sechs, wenn die Handwerker auf dem Weg zur Arbeit sind und an die Tür des Dorfladens klopfen. „Eigentlich mache ich erst um 7 Uhr auf, aber ich bin sowie schon viel früher im Laden“, sagt Betreiber Lemcke. Jeder Kunde zählt.

Im August vergangenen Jahres hat er den Dorfladen in Demen eröffnet und sich selbstständig gemacht. Und wie das Wort so will: Seitdem ist der 44-Jährige selbst und ständig für sein Geschäft im Einsatz. „Manchmal“, sagt er, „auch 14 Stunden am Tag“.

In der kleinen Küche neben den Verkaufsräumen ist der Backofen angeheizt. „Ich probiere heute zum ersten Mal einen Frankfurter Kranz aus“, sagt der Ladenbesitzer. Später soll der Kuchen in eine Vitrine aus Glas kommen und den Appetit der Kundschaft anregen. Früher hat Henrik Lemcke als Koch gearbeitet. Jetzt backt er, kassiert, bestellt Ware, holt sie ab, räumt sie ein, schreibt Preisschilder. Und er plaudert mit seinen Gästen. Das gehört zu einem Laden wie diesem dazu. Hier ein freundliches Wort, da ein lockerer Spruch und zwischendurch ein paar Neuigkeiten aus dem Dorf. „Ist einer gestorben?“, fragt ein Kunde und reicht eine Trauerkarte über die Theke. Die habe er draußen gefunden. „Hat wohl jemand nach dem Kauf verloren“, vermutet er.

„Jeden Tag ein bisschen mehr“ – mit diesem Slogan ging das kleine Geschäft vor knapp einem Jahr an den Start. Von Apfelsaft bis Zahnpasta, von Ananas bis Zwieback. Auf 80 Quadratmetern steht und liegt all das, was Lemcke an den Mann bringen kann. Im Januar, bei der ersten Inventur, hatte er 473 Artikel, jetzt seien es schon mehr als 500. Für Gemeindearbeiter Detlef Pekrul ist der Laden ein Gewinn fürs Dorf. „Ist doch prima, dass wir hier unseren Kaffee trinken können“, sagt er. Damit Gäste eben das in Ruhe machen können, gibt es im Laden auch einen kleinen Raum mit Tischen und Stühlen. Und draußen soll es auch gemütlich werden. Eine Terrasse ist in Arbeit.

„Reich“, sagt Ladenbesitzer Lemcke, „werde ich hier nicht. Aber die eingeschlagene Richtung stimmt.“ Bis auf den Sonntag ist der Laden täglich geöffnet. Montags und dienstags bis 14 Uhr, mittwochs und donnerstags zwei Stunden länger und sonnabends bis 11 Uhr. Eine Aushilfe hat Henrik Lemcke nicht: „Die kann ich mir nicht leisten.“

Der Frankfurter Kranz ist fertig. „Nicht so gelungen“, ärgert sich Lemcke. Aber er wird es weiter probieren. Einen Dorfladen zu führen, das ist eben kein Zuckerschlecken. Die Tür geht auf. „Hast du noch Kartoffelsuppe?“ Ja, er hat. Mittagspause. Die Handwerker wollen etwas Warmes essen. Darauf hat sich Henrik Lemcke eingestellt. Jeder Kunde zählt.

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