Schwerin : Das Ende der Kanisterschlepperei?

Auf dem Gelände an der Güstrower Straße soll ein maritimes Zentrum mit Wassertankstelle entstehen.
Foto:
Auf dem Gelände an der Güstrower Straße soll ein maritimes Zentrum mit Wassertankstelle entstehen.

Eine Wassertankstelle am Ziegelaußensee ist schon lange im Gespräch – die Kosten sind aber sehr hoch.

von
11. März 2018, 21:00 Uhr

Das ehemals vom Straßenbauamt genutzte Gelände am Ziegelsee ist am Abend Thema für die Stadtvertreter. Ein Punkt dabei: eine Wassertankstelle. Die ist schon lange ein Wunsch von Wassersportlern. Eine solche Anlage wird auch von der Stadtpolitik immer wieder gefordert. Hauptargument: Der Wassertourismus soll angekurbelt werden. Bei genauer Betrachtung kommen jedoch Fragen auf.

Auswärtige Bootsführer „verirren“ sich nur selten auf den Schweriner See. Schließlich liegt er am Ende einer Sackgasse. Wer über die Stör kommt, muss auch wieder über die Stör zurück. An der Schleuse Banzkow hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt im vergangenen Jahr 1740 Schleusungen zu Berg und 1743 zu Tal gezählt. Der überwiegende Teil dürften einheimische Bootssportler gewesen sein – genaue Zahlen werden aber nicht erhoben. Anders auf der Elde. Hier herrscht mehr Bootsverkehr. Das WSA kann für die Schleuse in Garwitz allerdings gar keine Zahlen nennen.

An der Marina in Garwitz betreibt Hans Ahrendt eine Wassertankstelle. „Bei uns kostet der Treibstoff 15 Cent pro Liter mehr, als an der normalen Tankstelle.“ Anders kommt der Betreiber nicht auf seine Kosten. Und die sind hoch. „Allein die Wasserkaskoversicherung, die ich abschließen musste, kostet im Jahr 1500 Euro.“ Dazu kommen jedes Jahr Kosten für die Prüfungen des TÜV, des Eichamtes und der Umweltbehörde.

Die Wassertankstelle in Garwitz hat Hans Ahrendt im Jahr 2000 aufgemacht: „Ab 2020 gelten neue Vorschriften. Ich weiß noch nicht, ob wir dann noch weitermachen können.“

Gefordert ist eine Betankung der Boote in einer Schleuse, so dass ausgelaufener Treibstoff sich nicht ausbreiten kann. Außerdem sind Erdtanks vorgeschrieben, die in einer dreifach gesicherten Wanne stehen müssen. „Ich gehe davon aus, dass der Bau einer Wassertankstelle heutzutage etwa 300 000 bis 500 000 Euro kosten dürfte.“

Geld, das erstmal wieder reinkommen muss. Ahrendt freut sich daher über jedes größere Boot. „Hier kommen Holländer her, die haben Tanks mit 600, 800 oder sogar 1000 Litern Fassungsvermögen. Das lohnt sich.“ Diejenigen, die deutlich kleinere Boote mit kleineren Motoren und Tanks haben, kommen aber selten. „Einige kriegst du nicht. Das Geschäft ist nicht einfach.“ Die meisten Bootsbesitzer tanken wegen des höheren Preises dann doch lieber mit dem Kanister.

Fazit von Hans Ahrendt zu einer Wassertankstelle an einem Schweriner See: „Das kann sich nur einer leisten, der Geld hat und eine hohe Förderung bekommt.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen