Osterkunst aus Schwerin : Das Ei als Kunstwerk

Mit einem Gravierer verleiht Klaus Wiezien seinem Hühnerei ein weißes Muster. Etwa drei bis vier Stunden benötigt der 79-Jährige bis das handgemachte Einzelstück fertig ist. Fotos: Anne Schwartz
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Mit einem Gravierer verleiht Klaus Wiezien seinem Hühnerei ein weißes Muster. Etwa drei bis vier Stunden benötigt der 79-Jährige bis das handgemachte Einzelstück fertig ist. Fotos: Anne Schwartz

Seit 25 Jahren fertigt Klaus Wiezien dekorativen Osterschmuck

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22. März 2016, 16:00 Uhr

Hochkonzentriert hält Klaus Wiezien sein rotes Osterei in der linken Hand. Sorgfältig setzt der 79-Jährige immer wieder mit seinem Gravierer an und verleiht dem Werkstück ein kunstvolles, weißes Muster. „Etwa drei bis vier Stunden dauert es, bis das Ei fertig ist. Dafür ist es dann aber ein echtes Einzelstück“, sagt der Zippendorfer.

Mit viel Liebe zum Detail hat sich Klaus Wiezien bereits vor Jahren dem kreativen Dekorieren von Eiern verschrieben. „Als ich nach der Wende aufhörte zu arbeiten, habe ich nach einer neuen Aufgabe gesucht“, sagt der Rentner. Die zündende Idee kam ihm schließlich auf einer Osterausstellung 1990 in München. „Von da an hat mich das Gestalten von Ostereiern fasziniert“, sagt Wiezien. Das künstlerische Geschick des Schweriners kommt dabei nicht von ungefähr, ist er schließlich ausgebildeter Kunst- und Zeichenlehrer. „Da man den Schülern ja auch alles selbst zeigen muss, was man von ihnen verlangt, war ein gewisses Talent sicher von Anfang an vorhanden“, sagt Klaus Wiezien mit einem Schmunzeln.

Während andere abends den Fernseher anmachen oder ein gutes Buch lesen, greift der Zippendorfer lieber zu Textilfarbe, Ei und Glasgravierer. Blumen, Vögel, Herzen und verschiedene Ornamente bringt Klaus Wiezien dann aus dem Gedächtnis auf seinen Werkstoff. „Die Muster überlege ich mir immer erst, wenn ich dabei bin. So gleicht später kein Ei dem anderen, was mir besonders wichtig ist“, sagt er. In den vergangenen Jahren kamen so immerhin mehr als 12 000 bemalte und gravierte Ostereier zusammen. Die etwa 500 Exemplare, die Jahr für Jahr hinzukommen, verkauft Klaus Wiezien zum Osterfest auf Märkten und Messen in der Region.

Einen Tipp zum Auspusten von Eiern hat der Experte dann auch noch parat: „Wenn man die Eier leicht erwärmt, sie dann vorsichtig anpiekt und die dünne Haut im Inneren mit einer Nadel zersticht, geht es am besten.“

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