Uelitz : Das Dorf gehörte mal zu Dänemark

Die Bewahrung geballten Wissens ist Dr. René Wiese besonders wichtig.
Die Bewahrung geballten Wissens ist Dr. René Wiese besonders wichtig.

800 Jahre Geschichte in einem Buch: Bereits 2011 begannen Recherchen für das in 500 Exemplaren gedruckte Werk

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30. Juni 2018, 12:00 Uhr

Das Vergangene vor dem Vergessen bewahren, ist das Anliegen einer Chronik, die jüngst zur 800-Jahrfeier von Uelitz und Lübesse erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. 500 Exemplare hat die Gemeinde drucken lassen.

„Fast 200 Stück haben wir bereits verkauft“, freut sich René Wiese. Der 41-Jährige hat maßgeblich an der knapp 200-seitigen Chronik, die zugleich als Festschrift daherkommt, mitgewirkt. „2011 haben wir bereits mit der Recherche begonnen“, erinnert sich der Uelitzer, der eine alte Bauernstelle von 1895 saniert hat. Das sei eine Ruine gewesen. „Nach alten Grundrissen habe wir den Hof V und damit den alten Geist des Hauses wiederhergestellt. Dabei kam mir zugute, dass ich im Landeshauptarchiv Schwerin arbeite.“ Uelitz sei einst ein Domanialdorf gewesen. Deshalb gäbe es heute noch eine wunderbare Quellenüberlieferung, betont Wiese, der sich als einer von sechs Ehrenamtlichen für das Erstellen des Buches eingesetzt hat. „Wir bewahren geballtes Wissen.“

Unterstützung hat sich das Team bei Karl-Heinz Steinbruch geholt, einem Archivar. „Das besondere an dem Werk ist, dass er alles gesichtet hat, was es über Uelitz in den Archiven gibt. So können wir eine Dorfgeschichte mit Quellenbelegen präsentieren.“ Etwa zehn Prozent der 441 Einwohner hätten sich desweiteren mit Bildern, Dokumenten und Hinweisen eingebracht. „Hans-Hubertus Koritzki hat die Arbeitsgruppe koordiniert, das Manuskript gesetzt und die Bilder eingefügt. Eine mühselige Fummelarbeit.“ Alle hätten eine ehrenamtliche Arbeit geleistet, die gar nicht hoch genug geschätzt werden könne. „Uelitz gehörte tatsächlich mal zu Dänemark. Weil der dortige König Rechtsnachfolger des Klosters Reinfeld bei Lübeck war. Das Dorf gehörte seit dem Mittelalter den Mönchen. Erst 1605 sind die Uelitzer und Lübtheener mecklenburgische Untertanen geworden“, berichtet Wiese, der sehr stolz auf die Chronik ist, auch wenn sie den einen oder anderen verzeihlichen Fehler enthalte. „Bei dieser Masse zusammengetragenen Wissens bleiben die leider niemals ganz aus.“

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