Das Dilemma

von
14. September 2009, 07:03 Uhr

Johann Legner Was zunächst wie ein Wahlkampf-Knüller aussah, entpuppt sich zunehmend als Stolperstein. Die wundersame Opel-Rettung durch ein österreichisch-russisches Firmenkonsortium wird im In- und Ausland mit Kritik überschüttet. Selbst die Gewerkschaften, bislang die stärksten Fürsprecher der jetzt getroffenen Entscheidung gehen angesichts der rigorosen Sparpläne der möglichen neuen Eigentümer auf Distanz. Tatsächlich hat die Kritik an der mit Steuermilliarden gestürzten Neuaufstellung eines im Weltmaßstab viel zu kleinen Automobilkonzerns so viel Substanz, dass sie auch vielen Wählern nachvollziehbar erscheint. Und so wird Opel zum Paradebeispiel für einen Wahlkampf, der vor allem den Parteien nützt, die derzeit die Opposition stellen. Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier drohen in den verbleibenden zwei Wochen zudem weitere Hiobsbotschaften. Die EU und die Nachbarländer bitten um Aufklärung und wittern Wettbewerbsverstöße. Der genaue Finanzbedarf ist ebenso umstritten wie es die Garantien von Standorten und Arbeitsplätzen sind. Alteigentümer GM hat sein letztes Wort ebenfalls noch nicht gesprochen. Vor allem aber ist die Frage nicht schlüssig zu beantworten, ob der Rettungsplan tatsächlich nachhaltig die Überlebenschancen des Autobauers steigert. Das sind zu viele Fragen, die bis zum Wahltag mit Sicherheit nicht zu beantworten sind.

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