Witwer verklagt Schwägerin auf Beteiligung an Kreditrückzahlung : Darlehnsstreit landet vor Landgericht

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Gefälligkeit mit Folgen: Ein Familienstreit ist vor dem Schweriner Landgericht gelandet. Die Hilfsbereitschaft der jungen Beklagten endete mit einem Darlehnsstreit.

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16. Oktober 2011, 07:09 Uhr

Schwerin | Ein Familienstreit ist vor dem Schweriner Landgericht gelandet. Die Hilfsbereitschaft der jungen Beklagten endete mit einem Darlehnsstreit.

Mit ihrer Unterstützung bei der Aufnahme eines Bankdarlehens hatten die Schwester der nun Beklagten und deren Mann vor Jahren ein Haus erworben. Der Schwager versicherte vor Zeugen: "Es besteht für dich keinerlei Zahlungsverpflichtung. Der Kredit wird von uns abgezahlt." Daher erklärte sie sich einverstanden, im Darlehensvertrag mit aufgeführt zu werden. Die Beklagte wurde als Miteigentümerin ins Grundbuch eingetragen. Die Raten wurden durch das Ehepaar bezahlt. Auch als die Gattin nach einem Unfall im Jahr 2003 verstarb, kam es zu keinen Erbstreitigkeiten.

Doch fünf Jahre später wurde der Familienfriede gestört. Der Witwer war in Finanznot und verlangte, die Schwägerin solle sich an der Tilgung des Darlehens beteiligen. Die Frau weigerte sich und verwies auf ein Gespräch, bei dem ihr Schwager nach dem Todesfall erklärt haben soll: "Alles bleibt so wie abgesprochen." Doch der Witwer bestritt jetzt diese Aussage. In der Verhandlung wurden der Vater und eine weitere Schwester der Beklagten als Zeugen aufgerufen. Diese Schwester bestätigte das Gespräch: "Es fand in der Küche statt. Außer mir waren damals noch mein Schwager, meine Schwester und der Vater anwesend." Ihr Schwager habe betont, dass alles unverändert bleibe.

Der Kläger widersprach. Da der Vater das Gespräch bestätigte, sah der Richter damit das Angebot als erwiesen an. Die Anwältin der Beklagten verwies darauf, dass ihre Mandantin als Miteigentümerin im Grundbuch steht und bot an, dass die Frau dem Kläger unentgeltlich ihren Eigentumsanteil übertragen würde, wenn er das Darlehen abbezahlt hätte. Damit wären dann künftig keine Forderungen von ihr zu erwarten.

Der Anwalt des Klägers riet seinem Mandanten, den Vorschlag zu überdenken. Die Parteien beantragten das Ruhen des Verfahrens.

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