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Info-Wanderung in Gädebehn : Dagegen ist kein Kraut gewachsen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Scheinbar verlorener Kampf: Pferde- und Eselhalter in der Region sind besorgt über Jakobskreuzpflanzen

von
erstellt am 31.Jul.2017 | 16:00 Uhr

Bis zu 20 Jahre können die Samen im Boden verharren und immer wieder neue Pflanzen hervorbringen, erklärt Jürgen Heine und erntet dafür erstaunte Blicke, aber auch zustimmendes Kopfnicken. Gemeinsam mit seinem Mitstreiter aus dem Umweltausschuss der Stadt Crivitz, Thomas Franiel, hatte er am Sonnabend zu einer Informationswanderung zum Jakobskreuzkraut eingeladen. Nicht ohne Hintergedanken hatten sich die beiden Imker für Gädebehn entschieden. Denn auf einigen Flächen, besonders in Richtung Landesforst, hat sich das gelb blühende Kraut in den vergangenen drei Jahren extrem großflächig ausgebreitet. „Sobald Flächen nicht mehr bewirtschaftet werden, breitet sich das Jakobskreuzkraut rasant aus“, sagt Jürgen Heine und zeigt zum Vergleich Bilder. Flächen regelmäßig umzubrechen und auch zu mähen, könne helfen, meint Heine. Sein Kompagnon Thomas Franiel erklärt aber, dass gerade Letzteres nicht effektiv genug sei. „Wenn es sich um kleine Bereiche handelt, empfiehlt es sich, die Pflanzen rauszureißen und zu vernichten. Trocknen und verbrennen, nicht einfach auf den Kompost werfen“, sagt der Baumsachverständige. Und Franiel rät auch dazu, Handschuhe zu tragen. „Wenn Sie kleine Wunden haben oder empfindlich reagieren, dann können die Pyrrolizidin-Alkaloide – das sind Stoffe, die in der Leber zu giftigen Substanzen umgewandelt werden – unangenehm werden.“

Noch viel gefährlicher sei die Pflanze aber für Tiere. Bei Pferden sind es, so Franiel, zwischen 50 und 80 Gramm je Kilo Körpergewicht, die zum Tode führen und bei Geflügel reiche bereits ein Zehntel des Körpergewichts aus. „Es ist aber eben nicht so, dass Pferde und Esel – für die das Kraut besonders gefährlich ist – es nur im getrockneten Zustand fressen“, weiß Sophia Bardenhagen. Sie selbst hat die Erfahrung mit einigen Eseln gemacht. „Manche sind eben so dumm und fressen die Pflanze trotzdem. Manche brauchen auch Bitterstoffe“, erklärt sie. Auf ihren Flächen reißt Sophia Bardenhagen täglich einzelne Pflanzen raus. „Aber es werden trotzdem mehr“, ergänzt sie.

Thomas Franiel hat aber noch einen Tipp. In manchen Regionen werden Plastiktüten über die Blüten gestülpt und mit einem Kabelbinder abgebunden. „Dann können die Pflanzen nicht mehr aussamen. Es ist aber nur für den eigenen Garten geeignet, nicht für großflächige Areale“, sagt er. Helfen könnten, so Heine, nur große und vor allem nachhaltige Aktionen. „Das Landwirtschaftsministerium müsste entsprechende Programme bieten und unterstützen.“

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