Parade Schwerin : CSD – für viele eine Herzenssache

Farbe bekennen: Bei fast 40 Grad zogen Schweriner, aber auch viele Angereiste durch die Mecklenburgstraße.
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Farbe bekennen: Bei fast 40 Grad zogen Schweriner, aber auch viele Angereiste durch die Mecklenburgstraße. Fotos: Annegret Behncke (3)

Friedliche Parade durch die Mecklenburgstraße: Schweriner sind toleranter geworden, doch vor allem die Homo-Ehe bleibt Thema

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05. Juli 2015, 21:00 Uhr

Regenbogenfarben bestimmten am Christopher Street Day (CSD) das Bild in Schwerins Innenstadt. Bunte Sonnenschirme, farbenprächtige Kostüme und vor allem viel gute Laune brachten die rund 600 Landeshauptstädter, aber auch viele Angereiste mit. Im Mittelpunkt der nunmehr neunten CSD-Parade stand Aufklärung – getreu dem Motto „Homophobie raus aus den Köpfen! Wissen schafft Akzeptanz“.

„Für mich ist es eine Herzensangelegenheit – ich bin seit vier Jahren jedes Mal mit dabei“, erzählte Frank Junge, der aus Wismar anreiste. Man müsse seine Meinung vertreten und es wäre einfach an der Zeit, dass die Diskriminierung von Schwulen, Lesben und anders lebenden Menschen abgeschafft werde. „Wir alle müssen handeln. Die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern sollte endlich auch in Deutschland Akzeptanz finden“, so Junge.

Diese Meinung vertritt auch Horst Schaper, der ebenfalls seit Jahren die Parade in Schwerin begleitet. „Die Einstellung und die Toleranz der Schweriner ist eindeutig besser geworden“, beschrieb er. Gerade beim Einkaufen spüre er eine deutliche Verbessrung. „Die Verkäuferinnen sind heute viel netter zu uns als noch vor ein paar Jahren“, betonte Schaper.

Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow begrüßte die Menschenmenge am Pfaffenteich und wies auch noch einmal auf die Problematik der Gleichstellung der Homo-Ehe hin. „Für die Gleichberechtigung werden wir kämpfen. Es gibt noch viel zu tun“, versprach sie bevor der große Festumzug durch die Mecklenburgstraße startete.

Die Polizei begleitete die Feiernden auf ihrer Route und sorgte für Sicherheit – aber nur in Sachen Straßenverkehr. Denn Probleme gab es glücklicherweise keine.

„Auch im nächsten Jahr werde ich wieder hier sein und die Parade begleiten. Mal sehen, was sich bis dahin verbessert hat“, sagte einer der Feiernden.

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