Winterdienst in Gefahr : Crivitzer Stadtbauhof braucht neuen Multicar

Nur einen einsatzbereiten   Multicar  haben die  Crivitzer Stadtarbeiter. Hubert Hasselbrinck und Dirk  Leitow (r.) haben ihn überprüft.   Foto: Pätzold
Nur einen einsatzbereiten Multicar haben die Crivitzer Stadtarbeiter. Hubert Hasselbrinck und Dirk Leitow (r.) haben ihn überprüft. Foto: Pätzold

Winterdienst in Gefahr: Nach 13 Jahren im Einsatz fällt eines der beiden Spezialfahrzeuge aus – über Neuanschaffung wird beraten

svz.de von
09. Dezember 2013, 23:43 Uhr

Die ersten Einsätze in Sachen Winterdienst haben die Mitarbeiter des Crivitzer Stadtbauhofes in der Vorwoche gemeistert. Am Freitag waren zwei Männer in aller Herrgottsfrühe unterwegs, um die kommunalen Straßen von Schnee zu räumen und diese zu streuen. In Crivitz sowie in den Dörfern bei Gädebehn und in Wessin. Tage zuvor mussten sie Fahrbahnen mit Salz abstumpfen, weil sie glatt waren.

Das alles sei noch überschaubar gewesen, betont Gerhard Molzahn, Vorarbeiter des Stadtbauhofes Crivitz. Was aber passiert, wenn der Winterdienst richtig losgeht, es häufiger schneit und friert – daran mag er derzeit gar nicht denken. Molzahn befürchtet, den Winterdienst dann nicht mehr absichern zu können. Zwar hat die Stadt 100 Tonnen Salz eingelagert, um im Bedarfsfall Straßen und Gehwege abzustumpfen. Allein 20 Tonnen Streusalz sind direkt beim Stadtbauhof gelagert, 80 Tonnen beim Lastfuhrunternehmen Krüger, der die Stadt beim Winterdienst unterstützt.

Fraglich ist aber, ob die Männer vom Stadtbauhof wieder mit zwei Multicars ausrücken können. Gerhard Molzahn: „Derzeit können wir nur einen Multicar nutzen. Der andere ist mittlerweile 13 Jahre alt und hat keinen Tüv mehr. Daher kann er gar nicht eingesetzt werden.“ Die Reparatur würde an die 10 000 Euro kosten. Allerdings gibt Molzahn zu bedenken, dass das keine Generalreparatur sei und in den nächsten Jahren mit Folgekosten zu rechnen sei, soll das alte Fahrzeug weiterhin Dienst tun. Ein neuer Multicar wäre aus seiner Sinn sinnvoller. Der kostet um die 80 000 Euro, weiß er.

„Wir stellen seit drei Jahren immer wieder den Antrag, einen neuen zu kaufen. Das Geld soll im Haushalt auch eingeplant sein, aber bislang haben sich die Stadtvertreter schwer getan, diesen Auftrag wirklich auszulösen“, erläutert Molzahn. Über das Thema soll auf der nächsten Stadtvertretersitzung am Donnerstag, 12. Dezember, beraten werden. Im nicht öffentlichen Teil der Sitzung geht es dann um die „Auftragsvergabe zur Anschaffung eines Multicars“. Für den Vorarbeiter des Stadtbauhofes steht fest, dass die Kommune für den Winterdienst zwei Multicars haben muss. „In engen Straßen oder auf Gehwegen kann größere Technik gar nicht eingesetzt werden.“ Außerdem ist Crivitz für die Dörfer Gädebehn, Basthorst, Kladow und Augustenhof zuständig. Um den Winterdienst hier abzusichern und die kommunalen Straßen bzw. Wege zu streuen, sind 25 Kilometer zu fahren – in einer einzigen Runde. Da kann es nicht wundern, dass die Technik nach Jahren auch mal verschlissen ist, meint der Vorarbeiter des Stadtbauhofes. Apropos verschlissen. Auch Streuaufsatz und Schiebeschild seien in die Jahre gekommen, wenngleich sie noch einsetzbar seien.

Neben den zwei Multicars stehen dem Stadtbauhof zwei John-Deere-Traktoren zur Verfügung. Einer davon ist im Ortsteil Wessin stationiert.

Die Stadt hat in diesem Jahr 40 000 Euro für den Winterdienst eingestellt. Wie SVZ aus dem Amt erfuhr, ist ein beträchtlicher Teil des Geldes schon in den ersten Monaten des Jahres ausgegeben worden. Denn der Winter zog sich lange hin – bis März. Für den Rest des laufenden Jahres sei noch Geld vorhanden, heißt es.

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