Crivitz : Crivitz dämmt die Regenflut ein

Eine Problemstelle bei Regen ist der Rabahnweg in der Nähe der Parchimer Straße.
Eine Problemstelle bei Regen ist der Rabahnweg in der Nähe der Parchimer Straße.

Nach Gebührenerhöhung stehen 50 000 Euro pro Jahr für Investitionen bereit: Geld soll in viele Einzelprojekte gesteckt werden

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20. Dezember 2017, 08:00 Uhr

50 000 Euro pro Jahr für die Sanierung des stellenweise maroden Regenwasser-Systems in der Stadt Crivitz. Das hört sich viel an. Doch Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm und Andreas Scholz vom Zweckverband Schweriner Umland sind sich einig, dass damit keine große Sprünge zu machen sind. Doch mehr als die im November beschlossene Gebührenerhöhung von 40 auf 57 Cent pro versiegeltem Quadratmeter Fläche wollte keiner den Grundstückeigentümern zumuten.

„Wir schauen jetzt, wo wir mit wenig Geld und einfachen Mitteln möglichst viel erreichen“, betont Brusch-Gamm. Diesen Weg haben die Mitstreiter aus dem Sonderausschuss der Stadtvertretung mit ihren Partnern vom Zweckverband bereits eingeschlagen. An der Eichholzstraße wurden zusätzliche Regenabläufe in Richtung Amtsgraben geschaffen, damit bei Starkregen die Wassermassen nicht komplett bis in die Altstadt fließen. Und auf dem Gewerbeareal an der Parchimer Straße entstand ein Sickerschacht, das Gelände wurde vom gerade in der Neustadt maroden Leitungsnetz abgekoppelt. „Diese beiden Projekte zeigen beispielhaft, wie wir vorgehen wollen“, erläutert Scholz: Das Regenwasser soll am Stadtrand aufgehalten bzw. frühzeitig abgeleitet werden, damit auch bei extremen Niederschlägen die Altstadt nicht geflutet wird. Denn an der Kessellage des historischen Kerns von Crivitz können auch Kommunalpolitiker und Ingenieure nichts ändern.

Allerdings gibt es einige Stellen in Crivitz, an denen sie etwas tun müssen. „Und längst hätten tun sollen“, wie Britta Brusch-Gamm einräumt. Schon 2008 lag ein Arbeitspapier vor, das die Schwachstellen auflistet: Ableitung aus der Neustadt, Zapeler Weg, Parchimer Straße, Rabahnweg, Eichholzstraße. Und das sind auch die Straßenzüge, in denen es in den zurückliegenden Jahren Probleme gab. Nach und nach soll dort jetzt geschaut werden, wie das Regenwasser eingedämmt und aufgehalten werden kann. Konkret wird es im nächsten Jahr am Kanal, der parallel zur Parchimer Straße Richtung Altstadt verläuft: Bei der Sitzung in der vorigen Woche stimmte die Stadtvertretung den Kauf eines Grundstücks zu. So wird es möglich, aus dem Rohr einen Graben zu machen. Dieser offene Wasserlauf soll ausreichend Raum und kleine Stauelemente erhalten, die das Regenwasser aufhalten, erläutert Scholz. Vorgesehen ist weiterhin, sich den tiefliegenden Garagenkomplex in der Neustadt anzuschauen. Geprüft wird, ob dort ein Regenrückhaltebecken errichtet werden kann. „Bei den Arbeiten setzten wir wieder auf die Mithilfe der Crivitzer“, fügt die Bürgermeisterin an. Zudem sollten sich Grundstückseigentümer bemühen, auf ihren Flächen Versickerungsmöglichkeiten zu schaffen.

Mit vielen kleinen Schritten soll es gelingen, die Regenflut einzudämmen. Den großen Schritt wollen die Crivitzer nicht machen, weil der einfach zu teuer wäre. Nach ersten Schätzungen sollte allein die Erstellung eines neuen Gesamtkonzeptes etwa 30 000 Euro kosten und damit mehr als die Hälfte des jährlich zur Verfügung stehenden Geldes verschlingen.

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