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Lindgrenschule Schwerin : Container wird zum Hort gemacht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schnell, günstig, mit Metallkern: Lindgrenschüler freuen sich über neues Gebäude auf dem Schulhof

Unter einem „Container“ oder auch der Umschreibung „Modulbau“ hatten sich viele etwas anderes vorgestellt: Der neue Hort auf dem Schulhof der Lindgren-Schule macht zumindest optisch einiges her. Er sieht inzwischen aus wie ein ganz normales Haus. Doch hinter Gips- und Putzverkleidungen verbergen sich Metallteile. Vor wenigen Tagen wurden sie geliefert, warteten auf Lastern an der Plater Straße auf ihren neuen Bestimmungsort. Noch ist der neue Hort eingezäunt und Handwerker bestimmen das Leben dort.

Im September soll er bezugsfertig sein – so wie geplant. 88 Schüler können dann dort ihre Nachmittagsstunden verbringen, Hausaufgaben machen, kreative, sportliche oder andere Beschäftigungsangebote nutzen, sich mit Freunden die Zeit vertreiben.

Der Internationale Bund betreibt den Hort, den das Zentrale Gebäudemanagement aufstellen ließ. Bislang waren die Hortkinder in mehreren Zimmern im obersten Stock untergebracht – doch die Lindgrenschule braucht diese händeringend als Klassenräume. 663 Schüler besuchen aktuell die Schule am Berliner Platz, im kommenden Schuljahr werden es mehr als 750 sein, darunter viele Flüchtlingskinder.

Die Flüchtlingswelle war es auch, die Sozialdezernent Andreas Ruhl kurz am Zeitplan zweifeln ließ: „Da Container auch als Flüchtlingsunterkünfte genutzt werden, hieß es anfangs, dass die Lieferzeit mehr als ein Jahr betragen könnte“, erzählt er. Doch die Nachfrage nach neuen Unterkünften ging zurück, alles lief glatt. „In so kurzer Zeit hätten wir niemals einen Hort bauen können“, betont Ruhl. Und relativ günstig sei er auch. Derzeit wird der Hortpavillon angemietet, ab September beträgt die monatliche Miete 17 400 Euro, rechnet sein Dezernat vor. „Es ist angedacht, den Hort im Haushaltsjahr 2017 anzukaufen. Die bis dahin geleisteten Mietzahlungen werden auf den Kaufpreis angerechnet“, so eine Stadtsprecherin. Je nachdem, in welchem Monat der Hortpavillon gekauft wird, wird der Preis konkret berechnet. Im Sommer würde er die Stadt knapp 750 000 Euro kosten. Zum Vergleich: 3,8 Millionen Euro Baukosten sind für den neuen Innenstadt-Hort an der Heineschule veranschlagt.

1300 Quadratmeter Nutzfläche soll er haben – an der Lindgrenschule sind 570 Quadratmeter geplant. Marietta Ludwig, die beim IB für die Kindereinrichtungen zuständig ist, zeigt sich zufrieden: „Wir verbessern uns.“ Der Platz habe sich durch vier Gruppen- mit entsprechenden Nebenräumen fast verdoppelt, dazu gibt es Büro und Materialraum. Eine kleine Kinderküche wird kommen und dass Kinder und Erzieher jetzt viel weniger Stufen steigen müssen, finden auch alle gut. Für ausreichend Bewegung sorgt weiterhin der Schulhof, auf dem der Hort steht.

Das pädagogische Konzept richtet sich nach dem „lebensbezogenen Ansatz“ nach Norbert Huppertz, erklärt Astrid Brumme, Regionalleiterin des IB in Schwerin. In diesem wertebezogenen Erziehungs- und Bildungskonzept aus dem 90er-Jahren stehen Weltbürgerlichkeit, Natur- und Umweltbewusstsein sowie Friedensfähigkeit im Mittelpunkt.

Dennis Frese begleitet die Entstehung des Hortes mit der Kamera und stellt daraus ein Projekt zusammen. Denn wenn der Container erst mal terracottafarben verputzt ist, die roten und grünen Fußböden verlegt und die Wände cremefarben gestrichen sind, dann wird sich kam mehr jemand an die Metallteile auf den Lastwagen an der Plater Straße erinnern.


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erstellt am 22.Jul.2016 | 09:00 Uhr

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