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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. November 2017 | 05:53 Uhr

Schwerin : Container-Hort für Lindgrenschule

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Pavillon auf Mietbasis soll zum kommenden Schuljahr stehen. Ortsbeiratschef: Dreesch wird gegenüber Innenstadt benachteiligt

von
erstellt am 05.Apr.2016 | 04:45 Uhr

Die Zahlen drücken aus, wie dramatisch die Situation ist: 663 Schüler besuchen aktuell die Astrid-Lindgren-Schule, im nächsten Schuljahr werden es mehr als 750 sein, darunter viele Flüchtlingskinder. Die Regionalschule mit Grundschule in der Tallinner Straße platzt aus allen Nähten. „Wir brauchen unbedingt mehr Klassenräume“, sagt Schulleiter Peter Metzler. Deshalb handelt die Stadt jetzt: Der Hort der Schule in Neu Zippendorf, bisher im Schulgebäude untergebracht, wird ausgelagert – in Container. Vier Räume werden dadurch für den Unterricht frei.

Von einem Neubau in Modulbauweise spricht der Leiter des Zentralen Gebäudemanagements der Stadt, Ulrich Bartsch. Neben der Basketballanlage auf den Schulgelände soll der neue Hort entstehen. „Vier Gruppenräume wird es geben, außerdem Nebenräume, Garderoben und Toiletten“, sagt Bartsch. Die Kapazität des Hortes erhöhe sich von derzeit 77 auf 88 Plätze. „Die Container sind bestellt“, so der Leiter des Zentralen Gebäudemanagements. Zum neuen Schuljahr im September werde der neue Hort fertig sein, versichert er.

Rund 10 350 Euro Miete soll der Container-Pavillon im Monat kosten. An einen Kauf ist zunächst nicht gedacht. Einen Teil der monatlichen Aufwendungen wird nach Angaben der Stadt der Hortträger übernehmen, der Internationale Bund. Mit mehr als 48 000 Euro schlagen die Liefer- und Montagekosten zu Buche, etwa 35 000 Euro werden für Anschlüsse an Fernwärme, Wasser und Abwasser fällig, getragen jeweils alleine von der Kommune.

An anderer Stelle freilich nimmt die Stadt für einen Hort einen Millionen-Betrag in die Hand: 3,8 Millionen Euro wird voraussichtlich der neue Hort der Heinrich-Heine-Schule in der Werdervorstadt kosten, 2,4 Millionen Euro davon erhofft sich die Verwaltung als Förderung vom Land. Helle, lichtdurchflutete Räume auf 1300 Quadratmetern Nutzfläche – den Innenstadt-Kindern werden Top-Bedingungen geboten.

Hat der Dreesch also wieder mal das Nachsehen? „Ich bin nicht neidisch“, sagt Lindgren-Schulleiter Metzler. Er sei froh, dass es jetzt eine Lösung für den Hort an seiner Schule gäbe. Metzler macht allerdings auch keinen Hehl daraus, dass aus seiner Sicht eine Unterbringung der Hortkinder im ehemaligen Postgebäude am Berliner Platz die bessere Variante gewesen wäre. „Die Stadt hätte diese Idee intensiver verfolgen müssen“, kritisiert er.

Deutlicher beim Thema Benachteiligung wird der Neu Zippendorfer Ortsbeiratsvorsitzende Georg-Christian Riedel. „Die hohen Ausgaben für die Heineschule dürfen nicht dazu führen, dass die nun gefundene Lösung in der Lindgrenschule für immer festgeschrieben wird“, mahnt er. Die Unterbringung von Kindern in Containern könne kein Dauerzustand sein, so der Ortsbeiratschef. Angesichts der steigenden Schülerzahlen stelle sich aber auch noch eine ganz andere Frage: „Brauchen wir auf dem Dreesch nicht eine weitere Schule?“ Riedels Antwort: „Ja.“

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