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Schüleraustausch in Brasilien : Consraderin mitten im Samba

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zum Austausch in Brasilien: Theresa Wetzel lernt nicht nur das Lebensgefühl kennen, sondern feiert auch zum ersten Mal Karneval

svz.de von
erstellt am 21.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Es sind nur vier Stunden Zeitunterschied, aber es ist eine ganz andere und vor allem wärmere Welt, in der sich Theresa Wetzel derzeit befindet. Die 17-Jährige ist dank der Organisation Youth for Understanding für ein Jahr zum Austausch in Brasilien. Seit August wohnt sie bei einer Gastfamilie im Bundesstaat Bahia, in der Nähe von der Hauptstadt Salvador.

Dabei hat sich die Consraderin in ein kleines Abenteuer gewagt, denn bis vor sechs Monaten konnte sie nicht nur kein Wort Portugiesisch, sondern kannte das südamerikanische Land auch nur vom Hörensagen. „Ich wurde oft gefragt, warum ich mir dieses Land für den Austausch ausgesucht habe. Eine wirkliche Begründung habe ich nicht, außer, dass ich schon immer einen Austausch machen wollte und mir dabei immer Brasilien in den Kopf kam“, so die Schülerin des Schweriner Goethe-Gymnasiums. Auch ihre beiden älteren Schwestern haben während ihrer Schulzeit einen Austausch gemacht, und das habe eben abgefärbt.

Während ihre Schwestern in Deutschland gerade Winter erleben, gibt es für Theresa Wetzel nur eine Temperatur, und die ist durchaus sommerlich. „Im Schnitt sind es 29 Grad. Das ist hier normal, und es ist auch das ganze Jahr über so warm“, erzählt die Schülerin, die sich durchaus als „Sommermensch“ betitelt, aber den Winter auch ein wenig vermisst. Neben dem anderen Klima ist auch das Essen eine Besonderheit: „Es ist auf jeden Fall fleischlastiger.“ Und was gibt es dazu? Bohnen und Reis, antwortet Theresa Wetzel wie aus der Pistole geschossen und muss selbst lachen. Das Kokoswasser direkt aus der Frucht, das es an fast jeder Straßenecke gibt, ist hingegen ein wahrer Genuss.

Doch es gibt auch die Schattenseiten, die die 17-Jährige wahrnimmt. Kriminalität und Armut seien Aspekte. „Ich vermisse ein wenig, abends unbeschwert durch die Straßen gehen zu können. Es ist nicht grundsätzlich gefährlich, aber ab einer bestimmten Uhrzeit sollte man schon aufpassen.“ Ihre Gastfamilie, die aus den Eltern, einem Bruder und zwei Schwestern besteht, achtet darauf, dass es ihr gut geht. Von ihr und auch in der brasilianischen Schule lernt Theresa Wetzel einiges über die Lebensweise, Musik und Geschichte ihres Bundeslandes. „Bahia ist durch die Geschichte der Sklaverei geprägt. Die Musik ist eine eigene Mischung“, erzählt sie. Auch mit dem Gerücht, jeder Brasilianer könne Samba tanzen, räumt sie auf. „Das ist definitiv ein Vorurteil. Die meisten können gar keinen Samba.“ Allerdings könnten viele mit dem Po wackeln, wie die Schülerin mit einem Augenzwinkern erzählt. Worauf sie als Deutsche in der Tat immer wieder angesprochen wird: „Sieben zu eins“. Das Ergebnis des Halbfinales bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 ist Thema, wenn es um ihre deutsche Herkunft geht. Denn Fußball ist und bleibt Nationalsport Nummer eins in dem südamerikanischen Land.

Doch nicht nur König Fußball wird groß geschrieben in Brasilien, sondern auch der Karneval. „Es gibt jetzt ganz viele Straßenfeten. Aber Karneval wird hier vom 23. Februar bis zum 1. März gefeiert“, so die Consraderin. In der Heimat habe sie sich nicht so sehr für die Zeit der Jecken und Narren interessiert, aber in ihrem Austauschland wird sie mitfeiern. Für Theresa Wetzel geht es am kommenden Donnerstag, 23. Februar, nach Salvador zum großen Karnevalsumzug. Dann steht eine Consraderin mitten im Samba.

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