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Restauranttester in Schwerin : Christian Rach wirbt für zweite Chance

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Seine Restauranttests im Fernsehen waren Kult und brachten ihm Millionen von Fans. Doch wenn sich Christian Rach in der Hochschule der Arbeitsagentur einen Kaffee holt, kann er auch einfach nur Gast sein.

svz.de von
erstellt am 04.Sep.2013 | 08:26 Uhr

Schwerin | Seine Restauranttests im Fernsehen waren Kult und brachten ihm Millionen von Fans. Doch wenn sich Christian Rach in der Hochschule der Arbeitsagentur einen Kaffee holt, dann schaut er nicht kritisch hinter Mensa-Tresen, in Schränke oder unter Automaten. Christian Rach kann auch einfach nur Gast sein, und falls ihm ein Essen nicht gefällt, dann geht er das nächste Mal einfach in ein anderes Restaurant, sagt er lächelnd. Es musste sich also niemand fürchten, als der prominente Koch gestern in der Landeshauptstadt unterwegs war. Seine Aufgabe in Schwerin lautete nämlich nicht Kochsünden aufzudecken, sondern für ungewöhnliche Arbeitsprojekte werben. In zwei Restaurantschulen in Hamburg und Berlin versucht Christian Rach Menschen mit gebrochenen Lebensläufen eine Chance in der Gastronomie zu geben. Über seine Erfahrungen berichtet er nicht nur in einer TV-Doku-Serie, sondern auch gerne live - gestern zum Beispiel vor mehr als 335 Erstsemestern in der Hochschule am Rande der Stadt. Obwohl die Studenten in ihrer Einführungswoche mit vielen Prominenten sprechen durften - darunter die langjährige stellvertretende Vorsitzende des DGB Ursula Engelen-Kefer oder Arbeitsagentur-Vorstand Heinrich Alt - war Christian Rach so etwas wie ein Stargast mit Erzählerqualitäten. Er berichtete von Bewerbern, die das Leben für ein permanentes Fest halten, bei dem sie schon morgen Popstar sein könnten und die wenig begeistert sind, wenn sie für acht Euro die Stunde hart arbeiten müssen. Er erzählte von einfachen Benimmregeln wie Pünktlichkeit, Sauberkeit, Kaugummiverbot bei der Arbeit, dezenter Schminke und gewaschenen Händen nach der Raucherpause: "Acht unserer zwölf ersten Kandidaten sind daran gescheitert", gibt Rach nüchtern zu. Dennoch sei die Gesellschaft verpflichtet, auch schwierigen Menschen eine Chance zu geben: "Angelika braucht in der Küche vier Stunden für etwas, für das andere 45 Minuten benötigen. Trotzdem ist sie wertvoll und gehört zur Gemeinschaft." Ein Unternehmer müsse sich auch diese Menschen leisten können.

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