Kirchentreff in Schwerin : Christen laden zum Fest auf Markt

Die Vorbereitungen für das ökumenische Pfingstfest laufen auf Hochtouren: Domprediger Volker Mischok, Organisationsleiter Peter Schulze, Reformationsbeauftragte Gesine Isbarn und Kaplan Heiko Kiehn (v.l.).
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Die Vorbereitungen für das ökumenische Pfingstfest laufen auf Hochtouren: Domprediger Volker Mischok, Organisationsleiter Peter Schulze, Reformationsbeauftragte Gesine Isbarn und Kaplan Heiko Kiehn (v.l.).

Schwerin steht am Pfingstmontag ganz im Zeichen des Reformations-Jubiläums

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30. Mai 2017, 08:00 Uhr

„Es wurde noch niemals in Schwerin so viel in der Bibel gelesen wie in diesem Jahr“, sagt Domprediger Volker Mischok nicht ohne Stolz, wenn er nach den Besonderheiten des Reformations-Jubiläumsjahres gefragt wird. Er spielt an auf das Schriftband über der Eingangstür des Domes, das rund um die Uhr Texte aus der Heiligen Schrift zeigt. Ständig bleiben Menschen stehen, lesen, nehmen neue alte Gedanken mit nach Hause. Eine „Vertiefung“ ihrer Glaubens- und Sinnsuche beobachtet Volker Mischok bei den Menschen in Schwerin. Das Schriftband ist eine von vielen Aktionen zur 500-Jahr-Feier. „Es gibt eigentlich keine Gemeinde, die nichts tut anlässlich des Jubiläums, zum Teil sehr fantasievolle Dinge“, sagt Reformationsbeauftragte Gesine Isbarn. „Auch Museen, Schulen, Archive und Künstler befassen sich in diesem Jahr stark mit der Reformation.“

Eine besonders öffentlichkeitswirksame Aktion ist für Pfingstmontag geplant: ein ökumenischer Gottesdienst im Dom und auf dem Marktplatz. Unter dem Motto „Gemeinsam die Stimme erheben“ gibt es ab 11 Uhr Gebete, Lieder, eine kleine Prozession und ein gemeinsames Mittagessen unter freiem Himmel. Nordkirchen-Landesbischof Gerhard Ulrich und der katholische Erzbischof Stefan Heße werden predigen, Ministerpräsident Erwin Sellering hält die Tischrede. Die Organisatoren aus Nordkirche, Erzbistum Hamburg und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen erwarten etwa 1000 Gäste. Größte Herausforderung: das Wetter. An festlich gedeckten Tischen wird ein einfaches Mahl gereicht - Kartoffeln, Kräuterquark und Erdbeeren. Wichtig sind vor allem die Gespräche. Um diese in Gang zu bringen, gibt es an jedem Tisch einen speziellen Gastgeber, der die Besucher begrüßt.

Kaplan Heiko Kiehn von der katholischen St.-Anna-Gemeinde verbindet einen Wunsch mit der ökumenischen Feier: „Ich würde mich freuen, wenn Menschen nicht nur unsere Kirchtürme sehen, sondern wenn jeder dort, wo er in seinem Alltag hingestellt ist, als Christ erkennbar ist. Als Christ bin ich aufgerufen, mich einzusetzen, gegen Unrecht und Ungerechtigkeit aufzustehen und mich einzubringen, wo meine Hilfe und mein Engagement gebraucht werden.“

Musikalisch wird die ökumenische Pfingstfeier in Schwerin begleitet von Chören und Posaunenklängen. Gegen 14 Uhr ist die Feier zu Ende, der Reisesegen wird gesprochen. Die Domgemeinde lädt gleich im Anschluss Interessierte zum Künstlergespräch in die aktuellen Ausstellung „Von Wittenberg nach Mecklenburg“ ein.

Das Fest in Schwerin ist eingebunden in eine ökumenische Veranstaltungsreihe im Reformationsjubiläumsjahr, die am ersten Advent 2016 in Schleswig startete und beim Ökumenischen Kreuzweg am Karfreitag in Lübeck sowie am Ostermontag im St. Marien-Dom zu Hamburg ihre Fortsetzung fand.





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